Ergänzung des BMF zur steuerlichen Behandlung von Arbeitslohn bei Auslandstätigkeit

Nachdem die Anzahl von grenzüberschreitend tätigen Arbeitnehmern ständig zunimmt, ist es kaum verwunderlich, dass die Finanzverwaltung auch regelmäßig mit neuen Regelungen bezüglich der steuerlichen Behandlung des daraus bezogenen Arbeitslohns aufwartet. Mit aktuellem Schreiben bestimmt das BMF nun, wie der gesamte Arbeitslohn auf den teilweise gemäß Doppelbesteuerungsabkommen steuerfreien und steuerpflichtigen Anteil aufzuteilen ist. Dabei regelt bereits das BMF-Schreiben vom 12.11.2014, dass die einzelnen Gehaltsbestandteile entweder vorab direkt zugeordnet werden können oder zum verbleibenden, nicht direkt zuordenbaren, Arbeitslohn zählen. Die Aufteilung des nicht direkt zuordenbaren Arbeitslohns wird nun durch das BMF-Schreiben vom 14.03.2017 ergänzend geregelt.

Aufteilung des verbleibenden Arbeitslohns

Direkt einer konkreten inländischen oder ausländischen Arbeitsleistung zugeordnet werden beispielsweise Reisekosten, Überstundenvergütungen, Zuschläge, Zulagen, interkulturelle Schulungen, Sprachunterricht, die Gestellung einer Wohnung oder Aufwendungen für medizinische Untersuchungen. Neben den laufenden Vergütungen fallen unter den verbleibenden, indirekten Arbeitslohn hingegen Zusatzvergütungen, wie zum Beispiel Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder Bonuszahlungen.

Generell ist die Aufteilung des verbleibenden Arbeitslohns nach den vereinbarten oder tatsächlichen Arbeitstagen möglich. Gemäß BMF-Schreiben vom 12.11.2014 sollte die Aufteilung dabei stets auf Grundlage der tatsächlich im In- und Ausland verbrachten Arbeitstage innerhalb des Kalenderjahres erfolgen. Mithilfe dieses Aufteilungsmaßstabs kann der steuerpflichtige und steuerfreie Anteil am Gesamtarbeitslohn bestimmt und dem Lohnsteuerabzug zugrunde gelegt werden.

Da die tatsächlich im In- und Ausland verbrachten Tage beim laufenden Lohnsteuerabzug für den einzelnen Lohnzahlungszeitraum noch nicht bekannt sind, gibt es für die Aufteilung laut der ergänzenden Regelung des BMF vom 14.03.2017 nachstehend genannte Alternativen, nach denen für Zwecke des monatlichen Lohnsteuerabzugs eine Prognose zu erstellen ist. Ein Wechsel des Aufteilungsmaßstabs während des Kalenderjahres und innerhalb eines Dienstverhältnisses ist nicht möglich:

  • Aufteilung nach tatsächlichen Arbeitstagen im gesamten Beschäftigungszeitraum innerhalb des Kalenderjahres;
  • Aufteilung nach tatsächlichen Arbeitstagen im einzelnen Lohnzahlungszeitraum;
  • Aufteilung nach vereinbarten Arbeitstagen im gesamten Beschäftigungszeitraum innerhalb des Kalenderjahres;
  • Aufteilung nach vereinbarten Arbeitstagen im einzelnen Lohnzahlungszeitraum.

Für die Prognose der tatsächlichen oder vereinbarten Arbeitstage sind jeweils die am Ende des Lohnabrechnungszeitraumes bekannten Tatsachen maßgeblich. Falls sich die Prognose der Anzahl der tatsächlichen oder vereinbarten Arbeitstage ändert, ist der neu ermittelte Aufteilungsmaßstab ab diesem Lohnzahlungszeitraum anzuwenden. Die bereits vergangenen Lohnabrechnungszeiträume müssen dabei nicht korrigiert werden.

Überprüfung der Lohnabrechnungen

Am Ende des Kalenderjahres oder bei Beendigung des Dienstverhältnisses hat der Arbeitgeber die tatsächlichen In- und Auslandstage final zu ermitteln und den innerhalb des Kalenderjahres durchgeführten Lohnsteuerabzug zu überprüfen und eventuell zu korrigieren.

Diese Berichtigungspflicht nach § 41c EStG bezieht sich grundsätzlich auf jeden einzelnen betroffenen Lohnzahlungszeitraum. Bei unbeschränkt Steuerpflichtigen, die ganzjährig beschäftigt waren, darf aus Vereinfachungsgründen zum Ende des Kalenderjahres vor Übermittlung der Lohnsteuerbescheinigung eine einzige Korrektur nach den Berechnungsgrundsätzen des § 42b EStG (Lohnsteuer-Jahresausgleich durch den Arbeitgeber) bis zum Ablauf des Februars des Folgejahres erfolgen, sofern die Steuerklasse im Laufe des Kalenderjahres nicht geändert wurde.

In beiden Fällen muss der Arbeitgeber jedoch zu viel erhobene bzw. noch nicht erhobene Lohnsteuer an den Arbeitnehmer erstatten bzw. nachträglich einbehalten. Die dargestellten Regelungen sind spätestens für den laufenden Arbeitslohn anzuwenden, der für einen nach dem 31.12.2018 endenden Lohnzahlungszeitraum gezahlt wird und für sonstige Bezüge, die nach dem 31.12.2018 zufließen.

Diese News könnten Sie auch interessieren
Alle News
Mehr laden