Was verbirgt sich hinter FinTech?

Die Bezeichnung FinTech ("Financial Service" + "Technology") ist ein Sammelbegriff für moderne Technologien im Bereich Finanzdienstleistungen. FinTech-Unternehmen versuchen durch den Einsatz von digitalen Technologien spezialisierte und kundenorientierte Finanzdienstleistungen anzubieten und gewinnen somit zunehmend an Bedeutung. Hierauf reagieren etablierte Banken, die zumeist veraltete und wenig flexible IT-Systeme aufweisen, etwa durch gezielte Aufkäufe von vielversprechenden Start-ups oder durch Kooperation mit entsprechenden FinTech-Unternehmen.

Der Begriff FinTech ist derzeit in aller Munde, wenn es um innovative Dienstleistungen im Finanzsektor geht. So betrug alleine im Jahr 2015 das Gesamtmarktvolumen der in Deutschland tätigen FinTech-Unternehmen in den Segmenten Finanzierung und Vermögensmanagement EUR 2,2 Mrd. Dabei ist vielfach unklar, worum es sich bei diesen Dienstleistungen bzw. Geschäftsmodellen tatsächlich handelt. Die Bezeichnung FinTech kombiniert als Wortschöpfung die Begrifflichkeiten „Financial Service“ und „Technology“ und stellt letztlich einen Sammelbegriff für moderne Technologien im Bereich Finanzdienstleistungen dar. FinTechs versuchen durch den Einsatz von digitalen Technologien spezialisierte und kundenorientierte Finanzdienstleistungen anzubieten. Zumeist handelt es sich bei FinTechs um klassische Start-ups, die versuchen, einzelne Teile aus der Dienstleistungspalette etablierter Unternehmen der Finanzindustrie verbessert, ergänzt oder ganz neu strukturiert und damit oftmals kostenoptimiert, schneller und komfortabler anzubieten. Daneben widmen sich FinTechs aber oftmals auch komplett neuen, insbesondere datengetriebenen Geschäftsideen im Finanzensektor. Gerade über die konsequente Nutzung von Massendaten („Big Data-Ansatz“) werden auf diese Weise nahezu täglich neue Geschäftsmodelle kreiert.

In Abhängigkeit der jeweiligen Zielgruppe oder thematischen Fokussierung können FinTechs beispielsweise in die Kategorien Banking, Insurance, Lending, Payment und Trading & Investing eingeordnet werden.

FinTechs aus dem Bereich Banking erbringen dabei regelmäßig Dienstleistungen im Bereich Mobile Banking oder bieten ihren Nutzern komplett virtuelle Konten ohne traditionellen Bankschalter. Dies soll den Kunden die Möglichkeit einräumen, orts- und zeitunabhängig verschiedenste Arten von Finanzdienstleistungen in Anspruch zu nehmen und dies häufig ohne selbst die Initiative zu ergreifen. Im Sektor Insurance versuchen Start-ups transparente, einfache und kundenorientierte Versicherungsmodelle zu entwickeln. Ein Fokus liegt hier etwa auf dem Vergleich von Versicherungsangeboten und deren laufender Verwaltung bzw. Neustrukturierung, angeboten und erläutert durch einen digitalen Versicherungsmanager. Das Segment Lending umfasst Unternehmen, die sich unter anderem mit Dienstleistungen rund um das Thema Factoring, dem Online-Vergleich von Ratenkrediten und der Vergabe von Privat- oder Unternehmenskrediten außerhalb eines Finanzinstituts (Stichwort Crowd-Funding) beschäftigen. Die Bereiche Payment und Trading & Investing sind aufgrund der großen Relevanz dieser Dienstleistungen gerade für Privatpersonen inzwischen relativ populär. FinTechs in diesem Segment versuchen Dienstleistungen in den Bereichen Zahlungsverkehr, Wertpapierhandel, Vermögensverwaltung und Geldanlage zu individualisieren, anwenderfreundlicher zu gestalten, zu beschleunigen, kostenseitig zu optimieren, überall verfügbar zu machen und sicher zu gestalten. Dabei übernehmen immer häufiger sogenannte Robo-Advisor die Rolle des traditionellen Finanzberaters und stützen ihre Anlagestrategie auf regelbasierte Modelle zur Bestimmung der Portfoliostruktur, die dementsprechend überwacht und gegebenenfalls angepasst wird. So verzeichnete das Teilsegment Robo Advice mit mehr als einer Verzehnfachung des Marktvolumens die größte durchschnittliche jährliche Wachstumsrate im Bereich FinTech.

Die FinTech-Industrie zeichnet sich durch eine sehr ausgeprägte Dynamik und Innovationskraft aus, mit welcher die alteingesessenen Finanzdienstleister aufgrund ihrer über lange Jahre gewachsenen und damit oft verkrusteten Strukturen sowie der Größe ihrer Organisationen kaum konkurrieren können. Entscheidender Nachteil der etablierten Banken gegenüber FinTechs sind dabei gerade veraltete, komplexe, instabile und damit wenig flexible IT-Systeme. Durch gezielte Aufkäufe von vielversprechenden Start-ups versuchen inzwischen einige große Marktteilnehmer der Herausforderung FinTech auf ihre Art zu begegnen. So kooperieren derzeit mehr als 85 % der etablierten Banken bereits mit einem FinTech-Unternehmen. Was dabei häufig vergessen wird: Unternehmenskultur kann man weder kaufen noch kopieren.

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