Änderungen im Anhang des Jahresabschlusses nach BilRUG
Teil 2

Im Zuge des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes haben die im Anhang des Jahresabschlusses zu erwähnenden Angaben z. T. deutliche Änderungen erfahren. In unserer Reihe „Änderungen im Anhang des Jahresabschlusses" stellen wir Ihnen diese vor.

Am 23.07.2015 ist das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) in Kraft getreten, welches grundsätzlich für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2015 beginnen, verpflichtend anzuwenden ist. Im Zuge der damit geänderten Rechnungslegungsvorschriften haben insbesondere die Anhangangaben z. T. deutliche Änderungen erfahren. Im Folgenden möchten wir Ihnen dazu ausgewählte Neuregelungen vorstellen.

Eine geänderte Angabepflicht betrifft die Erläuterung des Zeitraumes, über den ein entgeltlich erworbener Geschäfts- oder Firmenwert abzuschreiben ist. Während § 285 Nr. 13 HGB a. F. eine Begründungspflicht nur dann vorsah, wenn die Nutzungsdauer auf mehr als fünf Jahre festgelegt wurde, ist künftig zwingend eine Erläuterung erforderlich und zwar unabhängig von der gewählten Abschreibungsdauer. In diesem Zusammenhang ist es jedoch fraglich, wie die Angabe konkret zu formulieren ist, wenn sich die Nutzungsdauer nicht abschließend schätzen lässt. Der Gesetzgeber regelt in § 253 Abs. 3 HGB n. F. dazu explizit, dass der Geschäfts- oder Firmenwert in derartigen Fällen standardmäßig über zehn Jahre abzuschreiben ist. Insoweit ist davon auszugehen, dass es in derartigen Fallkonstellationen zumindest eines Verweises auf die 10-Jahres-Regelung nach § 253 Abs. 3 HGB n. F. im Anhang bedarf. Für Altfälle ergibt sich die Problematik, dass ein Geschäfts- oder Firmenwert, welcher vor Anwendung des BilRUG entstanden ist und über eine Nutzungsdauer von maximal fünf Jahren abgeschrieben wird, „nachträglich” im Anhang erläuterungspflichtig wird, wenn dieser noch nicht vollständig abgeschrieben ist.

Eine weitere Änderung der Anhangangaben stellt § 285 Nr. 31 HGB n. F. dar, der eine Angabepflicht für sogenannte „außergewöhnliche“ Erträge und Aufwendungen vorsieht, sofern die Beträge nicht von untergeordneter Bedeutung sind. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass der gesonderte Ausweis von außerordentlichen Erträgen bzw. Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung aufgrund des mit BilRUG geänderten Gliederungsschemas des § 275 HGB künftig ausgeschlossen ist. Beachtenswert ist dabei zudem, dass die neue Erläuterungspflicht über die bisherige Regelung (vgl. § 277 Abs. 4 HGB a. F.) hinausgeht. So verlangt § 285 Nr. 31 HGB n. F. nun eine Erläuterung von Betrag und Art einzelner Erträge und Aufwendungen „von außergewöhnlicher Größenordnung oder von außergewöhnlicher Bedeutung”. Damit sind auch solche Erträge und Aufwendungen in die Angabepflicht einzubeziehen, die ihrem Inhalt gemäß zwar nicht ungewöhnlich für das Unternehmen und seine Geschäftstätigkeit sind, sich betragsmäßig jedoch außerhalb des gewöhnlichen Rahmens bewegen. Wie die betragsmäßige Grenzziehung dabei vorzunehmen ist, bleibt allerdings offen. Denkbare praktische Anwendungsfälle könnten außergewöhnlich hohe Erträge aus dem Verkauf von Vermögensgegenständen des Anlagevermögens oder die Bildung einer deutlich über dem normalen Niveau liegende Rückstellung für Garantie- bzw. Gewährleistungsfälle sein.

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