Änderungen im Anhang des Jahresabschlusses nach BilRUG
Teil 1

Am 23.07.2015 ist das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) in Kraft getreten, welches grundsätzlich für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2015 beginnen, verpflichtend anzuwenden ist. Im Zuge der damit geänderten Rechnungslegungsvorschriften haben insbesondere die im Anhang zu erwähnenden Angaben z. T. deutliche Änderungen erfahren. Im Folgenden möchten wir Ihnen ausgewählte Neuregelungen vorstellen.

Der Umfang der angabepflichtigen Sachverhalte für kleine Kapitalgesellschaften i. S. d. § 267 Abs. 1 HGB ist aufgrund der geänderten größenabhängigen Erleichterungen deutlich reduziert worden. Für mittelgroße und große Kapitalgesellschaften i. S. d. § 267 Abs. 2 und 3 HGB hingegen wurde der Pflichtangabenkatalog des § 285 HGB deutlich ausgedehnt. Darüber hinaus sind aber auch inhaltliche Änderungen bereits bestehender Angaben zu berücksichtigen. Neu geregelt wurde zudem, dass die vorgeschriebenen Einzelangaben zwingend in der Reihenfolge darzustellen sind, in der die jeweiligen Posten in Bilanz und GuV abgebildet werden. Dies war allerdings ohnehin bereits gängige Praxis.

Gleiches gilt für den Anlagenspiegel, der künftig als zwingender Bestandteil des Anhangs anzusehen ist, was über das Wahlrecht des § 268 Abs. 2 HGB a. F. ohnehin bereits regelmäßig der Fall war. Der hierfür neu eingefügte Absatz 3 des § 284 HGB n. F. stellt insofern eine Vereinfachung dar, als auf die Darstellung der Vorjahreswerte im Anlagenspiegel nunmehr verzichtet werden kann, denn im Gegensatz zur Bilanz oder zur Gewinn- und Verlustrechnung sind Vorjahreswerte für Anhangangaben nicht gesetzlich vorgeschrieben. Ansonsten wurde in § 284 Abs. 3 HGB n. F. die gängige Praxis der Darstellungsweise im Anlagenspiegel kodifiziert. Demnach sind pro Posten im Anlagevermögen die Zu- und Abgänge sowie die Umbuchungen jeweils für die gesamten Anschaffungs- und Herstellungskosten und für die insgesamt aufgelaufenen Abschreibungen separat darzustellen. Neben den Beständen zu Anfang und Ende des Geschäftsjahres sind zudem die Zuschreibungen im Geschäftsjahr aufzuführen. Gänzlich neu hingegen ist die Angabepflicht von Zinsaufwendungen, sofern diese in die Herstellungskosten einbezogen und mithin aktiviert wurden.

Eine Verlagerung weg vom Lagebericht hin zum Anhang stellt der sogenannte „Nachtragsbericht” dar. Über „Vorgänge von besonderer Bedeutung” nach dem Schluss des Geschäftsjahres ist mit Einfügung von § 285 Nr. 33 HGB n. F. künftig im Anhang zu berichten. Der neue Gesetzestext stellt darin klar, dass nur solche Geschäftsvorfälle (mit ihrer betragsmäßigen Auswirkung) berichtspflichtig sind, die noch nicht in der Bilanz oder der Gewinn- und Verlustrechnung Berücksichtigung gefunden haben. Auch dies entspricht im Grunde der bisherigen Praxis der Angabe im Lagebericht; eine inhaltliche Änderung der Angabe ist damit nicht gegeben.

Weitere Neuregelungen beim Anhang stellen wir Ihnen in der nächsten Ausgabe vor.

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