Kostencontrolling
Inhalte, Umsetzung und aktuelle Bedeutung

Dieser Beitrag widmet sich dem Kostencontrolling, das gerade in Zeiten immer weiter sinkender Renditen an Bedeutung gewinnt. Durch konsequentes Kostencontrolling in den drei Schritten Datenaufnahme, Analyse und Umsetzung kann in vielen Konstellationen ein Mehrwert hinsichtlich der Rendite einer Vermögensanlage geleistet werden.

Kosten der Vermögensanlage rücken vermehrt dann in den Fokus, wenn die eigentlichen Vermögenserträge abnehmen oder gänzlich ausbleiben. Insbesondere Investoren, die aus verschiedensten Gründen Anlagen in festverzinsliche Wertpapiere tätigen müssen, sehen sich seit einigen Jahren mit immer weiter sinkenden Renditen auf Endfälligkeit konfrontiert. Beispielsweise können mit einer rund 4,5-jährigen Anleihe der Bundesrepublik Deutschland (Laufzeit bis 04.01.2019, Rating AAA) aktuell nur mehr rund 0,20 % Rendite p. a. erzielt werden. Im Bereich der Unternehmensanleihen ist das Bild ähnlich. Eine etwa 4,5-jährige Anleihe von RWE (Laufzeit bis 31.01.2019, Rating BBB+) bietet rund 1,04 % p. a., eine 4-jährige Anleihe von BMW (Laufzeit bis 06.08.2018, Rating A+) gerade einmal 0,74 % p. a.

Konsequentes Kostencontrolling kann daher in vielen Konstellationen einen Mehrwert hinsichtlich der Rendite einer Vermögensanlage leisten. Das Vorgehen gliedert sich dabei in die Schritte Datenaufnahme, Analyse und Umsetzung. Im Rahmen der Datenaufnahme werden zunächst alle relevanten Kostenarten aufgenommen. Dabei spielen zum einen die eingesetzten Anlageinstrumente und zum anderen die Struktur, in der diese Instrumente eingesetzt werden, eine Rolle. Auf Ebene der Instrumente repräsentieren beispielsweise aktiv verwaltete Investmentfonds eine eher kostenintensive Lösung, während passive Fonds oder Direktanlagen in Aktien oder Renten tendenziell geringere laufende Kostenbelastungen mit sich bringen. Auf der strukturellen Ebene kommen – je nachdem, ob die Vermögensanlage im Rahmen einer Vermögensverwaltung, eines Beratungsmandates oder als eigenverwaltetes Depot ohne Beratung erfolgt – unterschiedliche Kostenarten zum Tragen.

Beispiele für explizite Kostenarten können sein:

  • Vermögensverwaltungsgebühren,
  • Beratungsgebühren,
  • Verwaltungs- und Administrationsgebühren (z. B. auf Fonds- oder Zertifikatebene),
  • Depotgebühren sowie
  • Transaktionsgebühren.

Unabhängig von der Struktur der Vermögensanlage treten implizite Kosten auf. Diese können zum Beispiel Handelsmargen bei Fremdwährungstransaktionen oder Geld-/Brief-Spannen (Spreads) bei Anleihe-, Aktien- oder sonstigen Käufen und Verkäufen sein.

Im Anschluss an die Datenaufnahme werden die ermittelten Kostenarten und deren Höhe auf ihre Marktgerechtigkeit hin überprüft. Dabei erfolgt ein Abgleich der Gebührenhöhe mit am Markt verfügbaren Alternativprodukten bzw. Strukturen und eigenen Erfahrungen und Referenzwerten aus der Praxis des PSP Family Office. Insbesondere werden die Gesamtkosten auf den verschiedenen Ebenen (z. B. 1. Transaktionskosten und 2. Kosten der dort genutzten Instrumente) der Vermögensanlage analysiert. Konstellationen, in denen Vermögensverwaltungen beispielweise Depots mit aktiv verwalteten Fonds, Dachfonds oder strukturierten Produkten bestücken und so auf bis zu drei Ebenen zum Teil redundante Kosten entstehen, können so erkannt und auf ihre Sinnhaftigkeit hin überprüft werden.

Die identifizierten Optimierungspotenziale werden in der Folge in Abstimmung mit dem Vermögensinhaber realisiert. Dabei kann es sich beispielsweise um den Wechsel der Depotbank, die Neuverhandlung einer Vermögensverwaltungs-, Beratungs- oder Transaktionsgebühr oder auch einen Wechsel der eingesetzten Instrumente wie aktive Fonds, passive Fonds, strukturierte Produkte oder Einzeltitel zur Vermögensanlage handeln.

In der Praxis kann sich ein Kostencontrolling, wie hier im Überblick dargestellt, als einmaliger oder auch laufender Prozess darstellen, welcher zum Teil durch den Einsatz von speziellen Systemen und Auswertungen auch automatisiert umgesetzt werden kann. Für weitere Details und Fragen zum Thema Kostencontrolling steht Ihnen das PSP Family Office auf Wunsch gerne zur Verfügung.

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