Relevanz des Corporate Social Responsibility (CSR)-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes für den Mittelstand

Durch das vom Bundestag am 09.03.2017 verabschiedete CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz („CSR“ steht für „Corporate Social Responsibility“) müssen große kapitalmarktorientierte Unternehmen sowie große Kreditinstitute und Versicherungsgesellschaften (mit jeweils mehr als 500 Mitarbeitern im Jahresdurchschnitt) für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2016 beginnen, nun zwingend über wesentliche nichtfinanzielle Aspekte berichten.

Die Berichterstattung zur Coporate Social Responsibility kann entweder als Teil des Lageberichts erfolgen oder in einen gesonderten Nachhaltigkeitsbericht ausgelagert werden, der innerhalb von vier Monaten nach dem Abschlussstichtag auf der Homepage des berichtspflichtigen Unternehmens zu veröffentlichen ist. Der Aufsichtsrat hat die nichtfinanzielle Berichterstattung inhaltlich zu prüfen, dem Abschlussprüfer obliegt lediglich die Aufgabe festzustellen, ob die nichtfinanzielle Erklärung im Lagebericht enthalten ist oder der gesonderte Bericht vorgelegt wurde.

Konkret sind im Rahmen der Berichtspflicht das Geschäftsmodell des Unternehmens sowie wesentliche nichtfinanzielle Aspekte zu beschreiben. Zumindest ist auf Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange (beispielsweise die Einhaltung von Treibhausgasemissionen und die Entlohnung der Mitarbeiter), die Achtung der Menschenrechte sowie die Bekämpfung von Korruption und Bestechung einzugehen. Zu jedem dieser nichtfinanziellen Aspekte sind weitere Angaben zu machen, zumindest zu den verfolgten Konzepten einschließlich der angewandten Due-Diligence-Prozesse und der daraus resultierenden Ergebnisse, zu den wesentlichen Risiken im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit, den Geschäftsbeziehungen, Produkten und Dienstleistungen des Unternehmens sowie zu den bedeutsamsten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren. Dabei ist lediglich auf die Angaben einzugehen, die für das Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses sowie der Lage des Unternehmens und zugleich für das Verständnis der Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit auf die nichtfinanziellen Aspekte erforderlich sind.

Bemerkenswert ist, dass im Hinblick auf die CSR-Richtlinie berichtspflichtige Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen ihre (originär nicht berichtspflichtigen) Lieferanten (bezogen auf die gesamte Lieferkette) im Rahmen der Darstellung der nichtfinanziellen Angaben mit einbeziehen sollen. Dies wird regelmäßig dann der Fall sein, wenn die (den jeweiligen Lieferanten betreffenden) nichtfinanziellen Angaben von Bedeutung sind und die Berichterstattung (für den jeweiligen Lieferanten) verhältnismäßig ist. Da die berichtspflichtigen Unternehmen regelmäßig in der Position sein dürften, die Bereitstellung solcher Informationen durchzusetzen, könnten künftig auch kleine und mittelgroße, ebenso wie nicht kapitalmarktorientierte große (Sub-)Unternehmen – also typische Mittelständler –, die Teil einer relevanten Lieferkette sind, gezwungen sein, entsprechende nichtfinanzielle Informationen, beispielsweise zu Umwelt- und Arbeitnehmerbelangen, vorzuhalten bzw. preiszugeben.

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