Neue Wertgrenzen für GWG

Dieser Beitrag befasst sich mit dem Beschluss der Bundesregierung, die Wertgrenzen für geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) anzuheben. Auch wenn die Neuerung erstmalig ab dem Geschäftsjahr 2018 ihre Anwendung findet, können dadurch bereits heutige Investitionsentscheidungen beeinflusst werden.

Das „Gesetz gegen schädliche Steuerpraktiken im Zusammenhang mit Rechteüberlassungen“ hat die Bundesregierung dazu genutzt, die Wertgrenzen (jeweils Nettobeträge) des § 6 Abs. 2 und Abs. 2a EStG für geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) anzuheben.

Alternativ zur planmäßigen Abschreibung über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer kann bei abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, die selbstständig nutzungsfähig sind, nunmehr gemäß § 6 Abs. 2 Satz 1 EStG-neu eine Sofort- abschreibung der Anschaffungs- und Herstellungskosten erfolgen, wenn diese künftig EUR 800 nicht übersteigen. Bisher lag diese Wertgrenze bei EUR 410.

Für das Wahlrecht der sogenannten Poolabschreibung (wirtschaftsjahrbezogener Sammelposten mit fünfjähriger linearer Auflösung) wird der Einstiegswert von bisher EUR 150 auf nunmehr EUR 250 angehoben (§ 6 Abs. 2a Satz 1 und 4 EStG-neu). Demnach können bei dieser Alternative Aufwendungen für Wirtschaftsgüter, deren Wert unter EUR 250 liegt, im Jahr der Anschaffung, Herstellung oder Einlage sofort abgezogen werden. Die Wertobergrenze für die Sammelpostenalternative bleibt unverändert bei EUR 1.000.

Gemäß § 52 Abs. 12 EStG-neu gelten die neuen Wertgrenzen erstmals für solche Wirtschaftsgüter, die nach dem 31.12.2017 angeschafft, hergestellt oder in ein Betriebsvermögen eingelegt werden.

Ungeachtet der erstmaligen Anwendung ab dem Geschäftsjahr 2018 können die gestiegenen Wertgrenzen bereits heutige Investitionsentscheidungen beeinflussen, da künftig Wirtschaftsgüter im Wert zwischen EUR 410 und EUR 800 (z. B. Notebooks etc.) im Jahr des Zugangs voll als Betriebsausgaben steuerlich abzugsfähig sind.

Beide steuerlichen Vereinfachungswahlrechte (Sofortabschreibung nach § 6 Abs. 2 EStG und Poolabschreibung nach § 6 Abs. 2a EStG) sind im Übrigen auch für Zwecke der handelsrechtlichen Gewinnermittlung zulässig und neben beweglichen Anlagegütern grundsätzlich auch auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens anwendbar.

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