Währungsumrechnung im Konzernabschluss

Am 01.09.2017 hat der DRSC (Deutsches Rechnungslegungs Standards Committee e.V.) den Entwurf des Deutschen Rechnungslegungsstandards Nr. 33 „Währungsumrechnung im Konzernabschluss“ (E-DRS 33) veröffentlicht. Dieser Standard ist künftig von allen Mutterunternehmen anzuwenden, die zur Aufstellung eines handelsrechtlichen Konzernabschlusses gemäß §§ 290 ff. HGB oder eines Konzernabschlusses gemäß §§ 11 ff. PublG verpflichtet sind oder dies freiwillig tun. Für Mutterunternehmen, die einen Konzernabschluss nach internationalen Rechnungsstandards aufstellen, gilt dieser Standard hingegen nicht.

Im Zuge des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) wurde seinerzeit auch eine gesetzliche Regelung zur Fremdwährungsumrechnung im Konzernabschluss nach der sogenannten modifizierten Stichtagskursmethode eingeführt (§ 308a HGB). In der Praxis haben sich jedoch einige Anwendungsprobleme und Auslegungsfragen ergeben.

Der nun veröffentlichte Standard folgt entsprechend auch der Zielsetzung, die Grundsätze der Währungsumrechnung nach § 308a HGB (Umrechnung von auf fremde Währung lautenden Abschlüssen) zu konkretisieren und in diesem Zusammenhang bestehende Zweifelsfragen zu beseitigen.

So veranschaulicht der E-DRS 33 unter anderem die Grundsätze zur Umrechnung von Geschäftsvorfällen in fremder Währung in den Handelsbilanzen II der einbezogenen Unternehmen als Teil der konzerneinheitlichen Bewertung nach § 308 HGB einschließlich der Umrechnung von Vermögens- und Schuldposten von Zweigniederlassungen außerhalb der Euro-Zone. Der Standard konkretisiert unter Beachtung des § 313 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 HGB ferner die Anforderungen an die Angaben zur Währungsumrechnung im Konzernanhang.

Für die Währungsumrechnung von Beteiligungen an assoziierten Unternehmen, welche im Konzernabschluss nach der Equity-Methode gemäß § 312 HGB bewertet werden, empfiehlt der E-DRS 33 eine entsprechende Anwendung der modifizierten Stichtagskursmethode (§ 308a HGB).

Darüber hinaus enthält der Entwurf auch Grundsätze zur Behandlung von Abschlüssen aus Hochinflationsländern. Dabei werden Indikatoren aufgezeigt, welche für die Identifikation eines Hochinflationslandes dienen, und Methoden der Inflationsbereinigung dargelegt. Schließlich finden sich auch Ausführungen zur Vorgehensweise bei der Euro- Einführung in Sitzstaaten von Tochtergesellschaften.

Der vorliegende Entwurf des DRS 33 will im Ergebnis eine einheitliche Anwendung der Vorschriften zur Währungsumrechnung sicherstellen und die Informationsfunktion des Konzernabschlusses stärken. Nach der endgültigen Verabschiedung des Standards sind die neuen Regelungen voraussichtlich für die nach dem 31.12.2018 beginnenden Geschäftsjahre verpflichtend anzuwenden. Eine frühere vollumfängliche Anwendung ist zulässig und wird empfohlen.

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