Bekanntmachung des DRÄS 8
Ergänzung des DRS 20 - Konzernlagebericht - bzgl. nichtfinanzieller Berichterstattung

Am 04.12.2017 wurde DRÄS 8 vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz veröffentlicht. DRÄS 8 erweitert vor allem DRS 20 - Konzernlagebericht - um Konkretisierungen zur nichtfinanziellen Berichterstattung, die durch das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz gesetzlich verankert wurde.

Am 04.12.2017 wurde der Deutsche Rechnungslegungs Änderungsstandard Nr. 8 (DRÄS 8) vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers veröffentlicht. DRÄS 8 erweitert vor allem den Deutschen Rechnungslegungs Standard Nr. 20 (DRS 20) – Konzernlagebericht – um Konkretisierungen zur sog. nichtfinanziellen Berichterstattung, die durch Inkrafttreten des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes gesetzlich verankert wurde.

Hintergrund

Der Bundestag hat am 09.03.2017 das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz verabschiedet, welches die bislang überwiegend auf finanziellen Aspekten basierende Berichterstattung um nichtfinanzielle Aspekte ausdehnt. Die Neuregelungen sind für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2016 beginnen, verpflichtend anzuwenden. Hinsichtlich des Inhalts des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes sowie deren potenzielle Relevanz auch für den Mittelstand wird auf den PSP-Artikel vom 17.08.2017 verwiesen. Der DRÄS 8 konkretisiert nun die gesetzlichen Vorschriften zur "Corporate Social Responsibility"-Berichterstattung, wodurch der DRS 20 in erster Linie um zwei neue Abschnitte – Berichtspflichten zum Diversitätskonzept für Leitorgane und Berichtspflichten zur nichtfinanziellen Erklärung – ergänzt wird.

Inhalt des DRÄS 8 im Überblick

Im Weiteren werden die im DRÄS 8 verankerten wesentlichen Konkretisierungen zur nichtfinanziellen Konzernerklärung im Rahmen der CSR-Berichterstattung aufgeführt.

  • Die Pflicht zur CSR-Berichterstattung betrifft große Konzerne (im Sinne des § 293 Abs. 1 HGB) mit im Jahresdurchschnitt insgesamt mehr als 500 Mitarbeitern, deren Mutterunternehmen entweder kapitalmarktorientiert ist oder als Kreditinstitut bzw. als Versicherung zu klassifizieren ist. Das Merkmal der Kapitalmarktorientierung muss dabei nur an einem, alle anderen Merkmale müssen an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen erfüllt sein.
  • Hinsichtlich der Ausgestaltung der sog. „nichtfinanziellen Konzernerklärung“ werden mehrere Optionen angeboten. Demnach ist die Aufnahme der Berichterstattung im Lagebericht entweder in Form eines eigenen Abschnitts oder vollintegriert möglich. Alternativ kann der Bericht auch als „gesonderter nichtfinanzieller Konzernbericht“ außerhalb des Lageberichts erstellt werden, der dann entweder mit dem Lagebericht offengelegt oder spätestens vier Monate nach dem Abschlussstichtag auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlicht werden muss.
  • Auch wird eine Konkretisierung bezüglich der Inhalte der CSR-Berichterstattung vorgenommen. Grundsätzlich ist neben dem Geschäftsmodell zumindest auf Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange, die Achtung der Menschenrechte sowie die Bekämpfung von Korruption und Bestechung einzugehen. Neben diesen fünf ausgewählten Aspekten ist darüber hinaus allerdings auch über alle weiteren Aspekte zu berichten, welche für das Verständnis der Lage des Unternehmens und der Auswirkungen der Geschäftstätigkeit des Konzerns auf einen nichtfinanziellen Aspekt – auch „doppelte Wesentlichkeit“ genannt – notwendig sind. Liegen für einen Aspekt (Bsp. Umwelt-, Arbeitnehmer-, Sozialbelange) mehrere Sachverhalte vor (Bsp. für den Aspekt „Umweltbelange“, „Wasserverbrauch“ und „Treibhausgasemissionen“), kann es sinnvoll sein, sämtliche Angaben pro Sachverhalt separat darzustellen.
  • Zu den Angaben zählt einerseits das Konzept der Geschäftstätigkeit, im Rahmen dessen u. a. verfolgte Ziele und vorgenommene Maßnahmen sowie deren Ergebnisse aufzuzeigen sind. Des Weiteren sind Angaben zu angewendeten Due-Diligence-Prozessen, welche als „Verfahren zur Erkennung, Verhinderung und Abschwächung bestehender und potenzieller negativer Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf den Konzern“ definiert werden, vorzunehmen. Zudem wird verlangt, dass über Risiken, deren Eintreten sehr wahrscheinlich ist und deren negative Auswirkungen schwerwiegend sind oder sein werden, berichtet wird. Darunter fallen neben Angaben zu Produkten und Dienstleistungen bspw. auch Angaben zu Lieferanten oder Subunternehmern, wenn sie für das Verständnis der Geschäftstätigkeit relevant und mit verhältnismäßigem Aufwand zu beschaffen sind. Überdies sind bedeutsame nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, welche bereits in der Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Lagebericht offenzulegen sind, selbständig in die Konzernerklärung einzubeziehen. Schließlich ist im Rahmen der nichtfinanziellen Konzernerklärung sowohl auf im Abschluss ausgewiesene als auch im Anhang angegebene Beträge hinzuweisen.

Fazit

Der DRÄS 8 ist grundsätzlich erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 31.12.2016 beginnen. Grundsätzlich sind von der damit verbundenen Berichterstattungspflicht große Konzerne mit u. a. einem kapitalmarktorientierten Mutterunternehmen betroffen. Allerdings können regelmäßig auch originär nicht berichtspflichtige Unternehmen, welche bspw. als Lieferanten eines berichtspflichtigen Unternehmens/Konzerns agieren, gezwungen sein, nichtfinanzielle Informationen vorzuhalten und preiszugeben. Dies wird regelmäßig dann der Fall sein, wenn berichtspflichtige Unternehmen in der Position sind, die Bereitstellung dieser Angaben durchsetzen zu können. Aus diesem Anlass ist die Bekanntmachung des DRÄS 8 auch für den Mittelstand von Bedeutung.

Der DRÄS 8 ist grundsätzlich für Geschäftsjahre ab 01.01.2017 anzuwenden.
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