Die neue Förderung von Hybrid- und Elektrofahrzeugen bei der Dienstwagenbesteuerung gemäß den Neuerungen im JStG 2018

Der Bundesrat hat am 23.11.2018 dem vom Bundestag am 08.11.2018 beschlossenen Gesetz zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften („JStG 2018“) zugestimmt.

Nachstehend sollen speziell die voraussichtlich bereits zum 01.01.2019 in Kraft tretenden Neuerungen betreffend die Förderung von Hybrid- und Elektrofahrzeugen bei der Dienstwagenbesteuerung dargestellt werden, womit die Bundesregierung im Rahmen ihrer Agenda unmittelbar die Verringerung von Kraftfahrzeugemissionen insbesondere in mittleren und größeren Städten forciert.

Die Dienstwagenbesteuerung – Status Quo

Grundsätzlich gilt, dass die Möglichkeit eines Arbeitnehmers ein arbeitgeberseitig zur Verfügung gestelltes Kfz auch privat nutzen zu können, auf Ebene des betreffenden Arbeitnehmers zu einem der Einkommensteuer unterliegenden geldwerten Vorteil führt. Der auf die Privatfahrten entfallende geldwerte Vorteil ermittelt sich hierbei wahlweise pauschal in Höhe von 1 % des Kfz-Bruttolistenpreises bei Erstzulassung zzgl. Sonderausstattung (sog. 1 %-Regelung) oder in Form der tatsächlichen anteilig auf die private Nutzung entfallenden Fahrzeugaufwendungen (sog. Fahrtenbuchmethode).

Der entsprechende geldwerte Vorteil erhöht sich weiter, sofern das Kfz zudem für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstelle sowie gegebenenfalls auch für Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung zur Nutzung zur Verfügung steht.

Im Rahmen der nun verabschiedeten gesetzlichen Neuerungen werden die bereits bislang zugunsten von Hybrid- und Elektrofahrzeugen bestehenden Fördermaßnahmen intensiviert. Für Fahrzeuge mit (ausschließlich) herkömmlichen Verbrennungsmotoren ergeben sich an den o. g. Grundsätzen keine Änderungen.

Die Dienstwagenbesteuerung für Hybrid- und Elektrofahrzeuge ab dem 01.01.2019

Für Hybrid- und Elektrofahrzeuge, die nach dem 31.12.2018 und vor dem 01.01.2022 angeschafft werden, ermittelt sich der geldwerte Vorteil im Rahmen der 1 %-Regelung voraussichtlich ab dem 01.01.2019 nur noch in Höhe von 50 % des Bruttolistenpreises des betreffenden Hybrid- und Elektrofahrzeugs. Im Ergebnis ist die Nutzung entsprechender Hybrid- und Elektrofahrzeuge im Rahmen der 1 %-Regelung für den Arbeitnehmer damit steuerlich grundsätzlich um 50 % günstiger als – bei gleichem Bruttolistenpreis – die Nutzung eines Fahrzeugs mit herkömmlichem Verbrennungsmotor.

Für extern aufladbare Hybridelektrofahrzeuge gilt diese Begünstigung nur, sofern sie höchstens 50g CO2 je gefahrenem Kilometer ausstoßen oder die Reichweite im rein elektrischen Betrieb mindestens 40 Kilometer beträgt.

Soweit die vorstehende Begünstigung – z. B. weil die Anschaffung eines Fahrzeugs nicht in den Jahren 2019 bis 2021 erfolgt – nicht zur Anwendung kommt, gelten für Hybrid- und Elektrofahrzeuge, die (außerhalb der Jahre 2019 bis 2021) vor dem 01.01.2023 angeschafft wurden bzw. werden, im Rahmen der 1 %-Regelung die folgenden Begünstigungsabstufungen:

  • Bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen, die bis zum 31.12.2013 angeschafft wurden, ist der als geldwerter Vorteil in Höhe von 1 % heranzuziehende Bruttolistenpreis um die darin enthaltenen Kosten des Batteriesystems im Zeitpunkt der Erstzulassung um
    EUR 500 pro kWh der Batteriekapazität; höchstens um EUR 10.000 zu reduzieren.
  • Bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen, die zwischen dem 01.01.2014 und dem 31.12.2018 bzw. zwischen dem 01.01.2022 und dem 31.12.2022 angeschafft wurden bzw. werden, ist der als geldwerter Vorteil in Höhe von 1 % heranzuziehende Bruttolistenpreis um die darin enthaltenen Kosten des Batteriesystems nach der o. g. Maßgabe zu mindern, wobei der Minderungsbetrag von EUR 500 pro kWh der Batteriekapazität fortlaufend um EUR 50 pro kWh und je (Folge-)Jahr zu reduzieren ist; der maximale Minderungsbetrag von EUR 10.000 mindert sich für in den Folgejahren angeschaffte Fahrzeuge um jährlich EUR 500.

Im Rahmen der Fahrtenbuchmethode werden die Aufwendungen für die anteilige private Nutzung eines Hybrid- und Elektrofahrzeugs, das nach dem 31.12.2018 und vor dem 01.01.2022 angeschafft wird, unter lediglich hälftiger Berücksichtigung der Anschaffungskosten oder vergleichbarer Aufwendungen des Fahrzeugs ermittelt. Im Ergebnis ist die Nutzung entsprechender Hybrid- und Elektrofahrzeuge auch im Rahmen der Fahrtenbuchmethode für den Arbeitnehmer damit steuerlich grundsätzlich um 50 % günstiger als – bei gleichen Fahrzeugaufwendungen – die Nutzung eines Fahrzeugs mit herkömmlichem Verbrennungsmotor. Für extern aufladbare Hybridelektrofahrzeuge gilt diese Begünstigung ebenfalls nur unter den bereits o. g. technischen Restriktionen, d. h. das Fahrzeug darf höchstens 50g CO2 je gefahrenem Kilometer ausstoßen oder die Reichweite im rein elektrischen Betrieb muss mindestens 40 Kilometer betragen.

Soweit die vorstehende Begünstigung – z. B. weil die Anschaffung eines Fahrzeugs nicht in den Jahren 2019 bis 2021 erfolgt –  nicht zur Anwendung kommt, sind bei der Nutzung von Hybrid- und Elektrofahrzeugen, die (außerhalb der Jahre 2019 bis 2021) vor dem 01.01.2023 angeschafft wurden oder werden, im Rahmen der Fahrtenbuchmethode die anteiligen durch die private Nutzung veranlassten Fahrzeugaufwendungen stets ohne Aufwendungen für das Batteriesystem zu ermitteln. Sofern im Bruttolistenpreises die Kosten für das Batteriesystem enthalten sind, ist bei der Ermittlung der anteilig privat veranlassten Fahrzeugaufwendungen zudem die Bemessungsgrundlage der Absetzungen für Abnutzung in Höhe von pauschal 1 % des Bruttolistenpreises zu mindern.

Fazit

Mit den voraussichtlich zum 01.01.2019 wirksam werdenden o. g. Neuerungen im Rahmen des Gesetzes zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften setzt der Gesetzgeber erhebliche steuerliche Anreize für die zukünftige Nutzung von Hybrid- und Elektrofahrzeugen. Der größtmögliche Steuervorteil wird sich hierbei für Fahrzeuge ergeben, die nach dem 31.12.2018 und vor dem 01.01.2022 angeschafft werden.

Für Fragen rund um die gesetzlichen Neuerungen und die Inanspruchnahme der steuerlichen Vorteile im Rahmen des eigenen Betriebes sowie im Rahmen der Dienstwagenbesteuerung Ihrer Mitarbeiter stehen wir Ihnen selbstverständlich sehr gerne zur Verfügung.

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