Schwarzgeldkonten und Selbstanzeige

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FAQ

Fragen und Antworten zu nicht versteuerten Kapitalerträgen
und zur Selbstanzeige

1. Worin besteht häufig das Problem mit Konten in der Schweiz, Österreich, Liechtenstein, Luxemburg etc.?

Das Unterhalten eines Kontos oder Depots mit Wertpapieren im Ausland durch eine in Deutschland unbeschränkt einkommensteuerpflichtige Person ist für sich genommen unproblematisch, wenn der Steuerpflichtige die Kapitaleinkünfte in Deutschland ordnungsgemäß versteuert.

2. Wieso greift dort nicht die Abgeltungsteuer, sodass alle Einkünfte bereits versteuert sind, wie das seit dem 01.01.2009 in Deutschland ja auch der Fall ist?

Zum Kapitalertragsteuerabzug und der daraus folgenden abgeltenden Wirkung der Kapitalertragsteuer für die Einkommensteuer (Abgeltungsteuer) sind ausschließlich deutsche Kreditinstitute oder Zahlstellen verpflichtet. Banken im Ausland, wie z. B. in der Schweiz oder in Liechtenstein, behalten keine deutsche Kapitalertragsteuer ein, sodass die sogenannte Abgeltungsteuer (abgeltende Wirkung der Kapitalertragsteuer) nicht zur Anwendung kommt. Bei entsprechenden Auslandskonten/Depots muss der Steuerpflichtige auch nach dem 31.12.2008 in Deutschland also die im Ausland erzielten Kapitaleinkünfte im Rahmen einer Einkommensteuererklärung vom Finanzamt veranlagen lassen. Hierzu werden nach wie vor Erträgnisaufstellungen etc. benötigt, um die Anlage KAP zur Einkommensteuererklärung auszufüllen und gegebenenfalls einbehaltene ausländische Quellensteuer auf die Abgeltungsteuer – soweit gesetzlich vorgesehen – anzurechnen.

3. Was hat ein in Deutschland unbeschränkt Einkommensteuerpflichtiger zu befürchten, der im Ausland (z. B. Österreich) Konten/Depots hatte und die damit erzielten Erträge nicht in seine deutsche Einkommensteuererklärung aufgenommen hat?

Regelmäßig wird aufgrund der unterbliebenen Deklaration der Einkünfte die in Deutschland festgesetzte Einkommensteuer zu niedrig gewesen sein, sodass es in Deutschland zu einer Steuerverkürzung kam. Wurde diese Steuerverkürzung vorsätzlich herbeigeführt, so ist sie als Steuerhinterziehung strafbar. War die Verkürzung leichtfertig begangen, kann sie als leichtfertige Steuerverkürzung als Ordnungswidrigkeit verfolgt werden. Das gilt natürlich auch, wenn die Konten/Depots noch existieren.

4. Mit welcher Strafe muss bei Steuerhinterziehungen gerechnet werden?

Die Strafandrohung bei Steuerhinterziehung ist Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe. In besonders schweren Fällen ist die Strafandrohung Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.
In diesem Zusammenhang ist es jedoch wichtig zu wissen, dass nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes ein besonders schwerer Fall erst dann vorliegen kann, wenn Steuern im Betrag von EUR 50.000 pro Veranlagungszeitraum hinterzogen wurden, während diese Schwelle nunmehr durch den Gesetzgeber mit Wirkung ab Januar 2015 auf EUR 25.000 herabgesetzt wurde.

5. Wird man durch eine Selbstanzeige straffrei?

Eine Selbstanzeige hat generell zur Folge, dass der Täter straffrei wird. Voraussetzung ist, dass die hinterzogenen Steuern vollständig deklariert werden und diese Steuern sowie die darauf entfallenden Nachzahlungs- und Hinterziehungszinsen nach Steuerfestsetzung durch das Finanzamt im Einkommensteuerbescheid auch innerhalb der vom Finanzamt gesetzten Frist vollständig bezahlt werden. Nur bei Erfüllung aller dieser Voraussetzungen wird Straffreiheit gewährt. Wichtig ist, dass eine Straffreiheit dann nicht erlangt werden kann, wenn die Finanzbehörde eine steuerliche Prüfung bereits angeordnet hat oder dem Steuerpflichtigen bzw. seinem Vertreter die Einleitung eines Steuerstraf- oder Bußgeldverfahrens bekannt gegeben worden ist, oder wenn die Steuerhinterziehung im Zeitpunkt der Berichtigung ganz oder zum Teil entdeckt war und der Steuerhinterzieher dies wusste oder damit rechnen musste.

6. Muss eine Selbstanzeige vollumfänglich sein und wie soll man vorgehen, wenn die Unterlagen nicht ausreichend schnell beschafft werden können?

Straffreiheit tritt nur ein, soweit die Selbstanzeige reicht. Außerdem ist für eine wirksame Selbstanzeige Voraussetzung, dass die Finanzverwaltung aufgrund der korrigierten Angaben in der Lage ist, ohne langwierige Nachforschungen den Sachverhalt vollständig aufzuklären und die Steuer richtig festzusetzen. Soll die Selbstanzeige möglichst schnell abgegeben werden und ist der Steuerpflichtige noch nicht in der Lage, genaue zahlenmäßige Angaben über die Besteuerungsgrundlagen zu machen, so sollte eine in jedem Fall ausreichend hohe Schätzung über die nachzuversteuernden Kapitalerträge abgegeben werden. Nach Ermittlung der zutreffenden Besteuerungsgrundlagen besteht dann die Möglichkeit, im nachfolgenden Steuerverfahren nochmals eine Herabsetzung der Steuerzahllast zu erreichen.

7. Gilt die Tat bereits mit Ankauf der CDs als entdeckt und muss der Steuerhinterzieher dann bereits mit der Entdeckung der Tat rechnen?

Die Tat ist dann entdeckt, wenn der Tatverdacht soweit konkretisiert ist, dass bei vorläufiger Tatbewertung die Wahrscheinlichkeit eines verurteilenden Erkenntnisses gegeben ist. Hierbei kommt es jeweils auf die einzelne unterlassene Erklärung an. Eine grobe Kenntnis des Gesamtgeschehens reicht hierfür nicht aus. Die Rechtslage beim Ankauf der Daten-CDs ist derzeit streitig. Nach unserer Auffassung liegt mit dem bloßen Ankauf der Discs noch keine Entdeckung der Tat vor. Diese ergibt sich vielmehr erst mit der Auswertung der Disc. Mit dem Ankauf der Disc, die nach den Verlautbarungen der Finanzverwaltung in der Öffentlichkeit Daten einer X-Bank erhält, muss der Kunde der X-Bank wohl auch noch nicht mit seiner Entdeckung rechnen, da ja nicht sicher ist, ob alle deutschen Kunden der X-Bank auf der Disc enthalten sind. Die Staatsanwaltschaft in Nordrhein-Westfalen vertritt jedoch die Auffassung, dass schon mit dem Ankauf der CDs die Taten der sich auf den CDs befindenden Kunden als entdeckt gelten.

8. Ist es mit der Zahlung der Steuern getan oder müssen z. B. auch Zinsen bezahlt werden?

Zur Erlangung der Strafbefreiung muss in jedem Fall die Steuer bezahlt werden. Steuerliche Nebenleistungen wie z. B. Zinsen in Höhe von 6 % pro Jahr (0,5% pro Monat) werden von der Finanzverwaltung festgesetzt. Ihre Zahlung ist ab 2015 ebenfalls Voraussetzung für die Erlangung der Straffreiheit. Bei Steuerhinterziehung in besonders schweren Fällen ist zudem in Abhängigkeit von der Höhe des hinterzogenen Steuerbetrages ein Strafzuschlag in Höhe von 10% / 15% / 20% zusätzlich zu entrichten.

9. Für wie viele Jahre muss die Selbstanzeige abgegeben werden? Gibt es hierbei Unterschiede in der steuerlichen und der strafrechtlichen Verjährungsfrist?

Die steuerliche Verjährungsfrist bei Steuerhinterziehung beträgt zehn Jahre, die strafrechtliche Verjährungsfrist für die Verfolgungsverjährung beträgt fünf oder zehn Jahre, je nachdem ob ein besonders schwerer Fall der Steuerhinterziehung vorliegt. Ab 1. Januar 2015 müssen Selbstanzeigen zwingend Angaben zu allen bisher unverjährten Steuerstraftaten einer Steuerart, mindestens zu allen Steuerstraftaten innerhalb der letzten zehn Kalenderjahre, enthalten. Damit kann künftig die Straffreiheit nur eintreten, wenn unabhängig von der Schwere der Steuerstraftat nicht nur für einen Fünf-Jahres-Zeitraum die Korrekturen vorgenommen werden, sondern für mindestens zehn Jahre.

10. Können bei einer Selbstanzeige Werbungskosten geltend gemacht und ausländische Quellensteuer angerechnet werden?

Sowohl die Geltendmachung von Werbungskosten als auch die Anrechnung ausländischer Quellensteuer richtet sich nach den allgemeinen Regelungen, die für den jeweiligen Veranlagungszeitraum galten bzw. gelten. Für Veranlagungszeiträume bis einschließlich 2008 können Werbungskosten bei Einkünften aus Kapitalvermögen steuermindernd geltend gemacht werden. Ab dem Veranlagungszeitraum 2009 können die tatsächlichen Kosten bei Kapitaleinkünften nicht mehr als Werbungskosten geltend gemacht werden; lediglich ein Sparer-Pauschbetrag von EUR 801 ist zu berücksichtigen. Ausländische Quellensteuern, die keinem Ermäßigungsanspruch mehr unterliegen, können auch nach Inkrafttreten der Abgeltungsteuerregelungen auf die deutsche Einkommensteuer (Abgeltungsteuer) angerechnet werden. Es gilt jedoch auch im Rahmen der Abgeltungsteuer eine Beschränkung der Anrechnung ausländischer Steuer auf die Höhe der Abgeltungsteuer.

11. Welche weiteren Vorteile ergeben sich aus der strafbefreienden Selbstanzeige?

Die strafbefreiende Selbstanzeige führt zur vollumfassenden Nachversteuerung der bisher nicht deklarierten Kapitalerträge; das heißt für den Steuerpflichtigen ergeben sich aus der strafbefreienden Selbstanzeige keine Steuervorteile gegenüber der regulären Besteuerung. Der wesentliche Vorteil für den Steuerpflichtigen ergibt sich aber aus der wiedererlangten, vollen Verfügbarkeit und Transparenz des eigenen Vermögens. So besteht nach der aktuellen Rechtslage bei Konten etwa in der Schweiz die Gefahr, dass die dortigen Institute zur Umsetzung ihrer sogenannten Weißgeldstrategie steuerlich in Deutschland undeklarierte Konten mit einer Kontensperre belegen. Neben dem Wegfall einer nicht selten bestehenden mentalen Belastung aus dem im Ausland liegenden Schwarzgeldvermögen erhält der Bankkunde durch die Abgabe einer strafbefreienden Selbstanzeige oftmals wieder seine volle finanzielle Handlungsfähigkeit zurück.

12. Wie werden von uns die notwendigen Unterlagen von der ausländischen Bank beschafft?

Durch unser eigenes Büro in Zürich sowie die Einbindung unserer Kooperationspartner in Österreich und in anderen Ländern stellen wir sicher, dass die steuerlichen Unterlagen der ausländischen Banken für die Vorbereitung der strafbefreienden Selbstanzeige so schnell wie möglich beschafft werden. Zudem wird gewährleistet, dass steuerlich brisante Informationen nicht auf dem Postweg abgefangen werden können.

13. Ist eine diskrete Abwicklung von Selbstanzeigen gewährleistet?

In der Vergangenheit tauchten öfter die Namen von Personen des öffentlichen Lebens in der Berichterstattung auf, die eine strafbefreiende Selbstanzeige abgegeben haben oder mit bisher entsprechend unversteuerten ausländischen Kapitaleinkünften in Zusammenhang gebracht werden. Häufig finden in diesen Verfahren auch öffentlichkeitswirksame Durchsuchungen statt, die von den Medien aufgegriffen werden. Grundsätzlich sieht das Verfahrensrecht eine absolut diskrete Behandlung von entsprechenden Selbstanzeigen vor. Durch das Steuergeheimnis wird die diskrete Abwicklung einer Nacherklärung gewährt und ein öffentliches Bekanntwerden des Verfahrens kann vermieden werden.

14. Gibt es Besonderheiten ab einer bestimmten Höhe von hinterzogenen Steuern?

Durch die Abgabe einer – wohlgemerkt – wirksamen Selbstanzeige und die fristgerechte Zahlung aller anfallenden Steuern und Zinsen entgeht der Steuerpflichtige einer ansonsten drohenden Bestrafung, sofern die Tat bisher als nicht entdeckt gilt. Die Selbstanzeige wirkt allerdings nur dann strafbefreiend, wenn die Steuerschuld pro Besteuerungszeitraum und Steuerart maximal EUR 25.000 beträgt. Die strafbefreiende Wirkung einer Selbstanzeige tritt nicht ein, wenn die hinterzogene Steuerschuld pro Veranlagungszeitraum (laut Gesetz „je Tat“) EUR 25.000 übersteigt. In diesen Fällen wird aber von der „Verfolgung einer Steuerstraftat“ abgesehen, wenn der Steuerpflichtige neben den hinterzogenen Steuern und den Zinsen zusätzlich einen Betrag in folgender Höhe der hinterzogenen Steuern entrichtet.

  • bei hinterzogenen Steuern von EUR 25.000 bis EUR 100.000: 10 %,
  • bei hinterzogenen Steuern von mehr als EUR 100.000 bis EUR 1.000.000: 15 % und
  • bei hinterzogenen Steuern von mehr als EUR 1.000.000: 20 %