Neufassung des IDW RS HFA 7 n.F.
Handelsrechtliche Rechnungslegung bei Personenhandelsgesellschaften

Mit Datum vom 30. Januar 2018 hat der Hauptfachausschuss des IDW die Verabschiedung einer Neufassung der IDW RS HFA 7 bekannt gegeben. Neu ist im Wesentlichen die bilanzielle Behandlung eines gegen (Bar-)Abfindung ausscheidenden Gesellschafters.

Mit Datum vom 30. Januar 2018 hat der Hauptfachausschuss des IDW die Verabschiedung einer Neufassung der IDW RS HFA 7 (Handelsrechtliche Rechnungslegung bei Personenhandelsgesellschaften) bekannt gegeben. Der Rechnungslegungsstandard behandelt verschiedene Fragestellungen und Aspekte zur Rechnungslegung nach den allgemeinen und den ergänzenden Vorschriften des HGB. 

Gemäß den einschlägigen Regelungen im HGB müssen Personenhandelsgesellschaften für den Schluss eines jeden Geschäftsjahres eine Bilanz und eine Gewinn- und Verlustrechnung unter Beachtung der für sämtliche Kaufleute geltenden Regelungen (§§ 243 bis 256a HGB) aufstellen. Die ergänzenden Vorschriften der §§ 264 bis 330 HGB sind von Gesellschaften i.S.d. § 264a HGB zusätzlich zu beachten.

Zentrale Änderung betrifft den ausscheidenden Gesellschafter

Die zentrale Änderung im neuen IDW RS HFA 7 n.F. betrifft die bilanzielle Behandlung eines gegen (Bar-)Abfindung aus der Personenhandelsgesellschaft ausscheidenden Gesellschafters, wobei diese Abfindung aus dem Vermögen der Gesellschaft geleistet wird. Es wird in diesem Kontext klargestellt, dass eine über dem Buchwert des jeweiligen Kapitalanteils geleistete Abfindung nunmehr vorzugsweise erfolgsneutral nach der sog. Verrechnungsmethode grundsätzlich mit den Kapitalanteilen der übrigen Gesellschafter verrechnet werden soll, soweit ggf. vorhandene Rücklagen hierfür nicht ausreichen.

Die bisher in diesem Zusammenhang einzige in dem genannten Rechnungslegungsstandard a.F. verankerte Methode der Aufstockung in Form einer Aktivierung der auf den ausscheidenden Gesellschafter entfallenden anteiligen vergüteten stillen Reserven bleibt als Alternativlösung aber weiterhin zulässig. 

Nach wie vor unbeantwortet bleibt die Frage der bilanziellen Abbildung einer eventuellen unterhalb des entsprechenden Kapitalanteils liegenden Abfindung.

Klarstellung bei Anhangsangaben

Als weitere Änderungen sind insbesondere Anhangsangaben zu nennen. So wird klargestellt, dass der durch die mit Gesetz zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie eingeführte Neuregelung der Abzinsung von Pensionsrückstellungen entstehende Unterschiedsbetrag (§ 253 Abs. 6 HGB) auch von Personenhandelsgesellschaften im Anhang oder unterhalb der Bilanz anzugeben ist.

Erstmalige Anwendung

Der Rechnungslegungsstandard ist erstmals verpflichtend anzuwenden auf Jahresabschlüsse, die nach dem 31. Dezember 2018 beginnen – im Regelfall also für den Jahresabschluss 2019. Jedoch ist eine vorzeitige freiwillige Anwendung der neuen Regelungen zulässig, sofern diese vollumfänglich erfolgen.

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