US-Steuerreform sieht grundlegende Änderungen vor

Am 16.11.2017 hat das US-Repräsentantenhaus einen Gesetzesentwurf für eine Steuerreform (Tax Cuts and Jobs Act) veröffentlicht. Am 20.11.2017 folgte der Finanzausschuss des Senats mit einem eigenen Gesetzesentwurf. Die Vorschläge enthalten für Unternehmen u. a. die folgenden wesentlichen Änderungen:

Körperschaftsteuer:

Beide Gesetzesentwürfe sehen eine Senkung des Körperschaftsteuersatzes von 35 % auf 20 % vor. Die Nominalbelastung auf Basis des gewichteten Durchschnittes der Steuersätze der Bundesstaaten (Federal Tax zzgl. State Tax) würde damit von 38,9 % auf 24,8 % sinken. Dadurch würde sich die Besteuerung von US-amerikanischen Unternehmen im Mittelfeld der OECD-Staaten wiederfinden.

Wechsel zum territorialen Steuersystem:

Derzeit werden im Ausland erwirtschaftete Gewinne in den USA erst bei Repatriierung unter Anrechnung der ausländischen Steuer besteuert. In beiden Gesetzesentwürfen ist eine Besteuerung gemäß dem Territorialprinzip vorgesehen, wonach aus dem Ausland empfangene Dividenden steuerfrei gestellt würden. Als Übergangsregelung sollen bislang nicht ausgeschüttete Gewinne ausländischer US-Konzerngesellschaften zwangsrepatriiert und in den USA über 8 Jahre (Repräsentantenhaus) bzw. 10 Jahre (Senat) hinweg mit reduzierten Steuersätzen versteuert werden.

Einschränkung des Zinsabzugs: 

Bislang waren Zinsen grundsätzlich abzugsfähig. In beiden Gesetzesentwürfen ist eine Beschränkung dieser Abzugsfähigkeit, ähnlich der deutschen Zinsschranke, enthalten. Danach dürfen Zinsen nur bis zu einem Betrag von 30 % des EBITDA geltend gemacht werden. Ein Zinsvortrag soll nach dem Vorschlag des Repräsentantenhauses bis zu fünf Jahren lang möglich sein. Der Gesetzesentwurf des Senats hingegen sieht eine unbeschränkte Nutzung des Zinsvortrags vor. Eine zusätzliche Abzugsbegrenzung soll nach beiden Gesetzesentwürfen für Konzerngesellschaften gelten, wobei sich die Vorschläge in der Ausgestaltung unterscheiden.

Bekämpfung von Base Erosion: 

Der Entwurf des Repräsentantenhauses sieht die Einführung einer nicht abzugsfähigen Verbrauchsteuer in Höhe von 20 % vor (Excise Tax). Diese soll auf konzerninterne Zahlungen von inländischen an ausländische Konzerngesellschaften erhoben werden. Von dieser Regelung ausgenommen sollen Erträge sein, die der ausländische Zahlungsempfänger freiwillig der US-Besteuerung unterzieht sowie Zahlungen von weniger als USD 100 Mio. pro Jahr innerhalb des Konzerns.

Der Vorschlag des Senats fokussiert die Einführung einer Base Erosion Focused Minimum Tax (BEAT) für Konzerne mit einem Umsatz von mindestens USD 500 Mio. Dabei soll die BEAT die steuerliche Abzugsfähigkeit bestimmter Zahlungen an ausländische Konzerngesellschaften nicht zulassen.

Neben den oben genannten Änderungen sehen die Gesetzesentwürfe noch einige weitere Änderungen im Bereich der Unternehmenssteuern vor. So soll z. B. die Alternative Minimum Tax (AMT) abgeschafft und die Vortragsfähigkeit von Verlusten weitgehend eingeschränkt werden. Zudem sind auch Erweiterungen der bestehenden Hinzurechnungsbesteuerungsregelungen (CFCs) vorgesehen.

Die beiden Kammern wollen sich nun zeitnah auf einen einheitlichen Gesetzestext verständigen. Beide Entwürfe sollen entsprechend bis zum 25.12.2017 in einen gemeinsamen Gesetzesentwurf münden, der zum 01.01.2018 von US-Präsident Trump in Kraft gesetzt werden soll. Allerdings ist derzeit zweifelhaft, ob dieser Zeitplan tatsächlich gehalten werden kann.

Diese News könnten Sie auch interessieren
Alle News
Mehr laden
Diese Vorträge & Veröffentlichungen könnten Sie interessieren
Alle Vorträge & Veröffentlichungen
Mehr laden