Financial Reporting für den Mittelstand in der praktischen Umsetzung
Die Vorteile der Einführung eines konzerneinheitlichen Berichtswesens sowie Tipps zu dessen Implementierung

Mehr denn je ist der deutsche Mittelstand international ausgerichtet und global tätig. Mittelständische Unternehmen unterhalten in vielen Ländern rechtlich selbstständige Produktions-, Vertriebs- und Servicetochtergesellschaften, wobei dem Zahlenwerk als Steuerungs- und Controllinginstrument zunehmend eine zentrale Bedeutung zukommt.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, sind gerade international einheitliche Reporting-Standards nach konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsregeln unabdingbar. In einem Umfeld von national divergierenden Rechtsvorschriften, lokalen Prüfungsstandards und steuerlichen Besonderheiten stellt die Vermittlung konzerneinheitlicher Finanz- und Rechnungswesenstandards, die den Anforderungen des Mutterunternehmens gerecht werden sollen, jedoch häufig eine große Herausforderung für die Geschäftsführung dar.

Kompetentes Team und Kommunikation als Schlüssel zum Erfolg

Für die Entwicklung und Einführung eines konzerneinheitlichen Berichtswesens bedarf es in erster Linie zweierlei: Ein kompetentes und interdisziplinäres Team, bestehend aus Bilanzierungs-, Controlling- und IT-Fachleuten, die ggf. durch externe Spezialisten ergänzt werden, sowie einer Kommunikation ohne Reibungs- und Schnittstellenverluste. Ansonsten sind Fehler, Intransparenz, Mehrfacharbeit und letztlich ein hohes Maß an Unzufriedenheit bei allen beteiligten Parteien vorprogrammiert.

Da die einzelnen Tochtergesellschaften – häufig alleine aufgrund ihrer jeweiligen Größe – oftmals nicht über genügend Personalkapazität verfügen, bedarf es für die Umsetzung eines solchen Projektes häufig auch der Auswahl, Schulung und Koordination von Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften vor Ort. Diese lokalen Berater fungieren in ihren Ländern als Know-how-Träger bei allen Fragen der dort ansässigen Tochterunternehmen zu Reporting, Bilanzierung, Steuern und weiteren relevanten Themen. Entsprechend werden alle fachspezifischen und organisatorischen Fragen im Rahmen des Financial Reporting vorwiegend vom lokalen Berater vor Ort behandelt. Für grenzüberschreitende Fragestellungen fungieren ergänzend fest definierte Projektbetreuer. Als zentrale Koordinierungsstelle sämtlicher in den Prozess eingebundenen Berater prädestiniert sich zumeist der Konzernabschlussprüfer, welcher die Aktivitäten terminiert und synchronisiert. Das Management des Unternehmens wird im Idealfall nur bei finalen Entscheidungsfragen hinzugezogen und kann sich entsprechend auf das Kerngeschäft konzentrieren.

Konsolidierungshandbuch sowie richtige Software als Basis

Die Basis für ein konzerneinheitliches Reporting bildet in jedem Fall ein sog. Konsolidierungshandbuch, das die konzerneinheitlich anzuwendenden Bilanzierungs- und Bewertungsregeln definiert. Dieses Handbuch wird häufig vom jeweiligen Mutterunternehmen wiederum in Abstimmung mit dem Konzernabschlussprüfer erstellt. Darüber hinaus müssen softwaregestützte Prozesse entwickelt und eingerichtet werden, die es erlauben, die länderspezifischen Buchhaltungen und Abschlüsse in solche nach deutschen Rechnungslegungsvorschriften (HGB) zu transformieren. Hierbei ist es wesentlich, eine Reporting- und Konsolidierungssoftware zu wählen, die von allen Beteiligten orts- und zeitunabhängig genutzt werden kann und ein entsprechendes Ländermapping ermöglicht. Insofern kommt gerade der Auswahl einer entsprechend geeigneten Softwarelösung eine entscheidende Bedeutung zu.

Notwendigkeit von Schulungen

Sobald die konzerneinheitliche Reporting-Struktur sowie ein einheitliches Reporting-Tool festgelegt wurde, empfiehlt sich die Einführung und Schulung im Rahmen individueller Workshops durch einen zentralen Moderator bzw. Schulungsverantwortlichen. Dabei ist es ebenso wichtig, auch das erweiterte Reporting zum Geschäftsjahresende als Basis für den seitens des Mutterunternehmens zu erstellenden Konzernabschluss zu etablieren und das erarbeitete einheitliche Berichtswesen innerhalb der Prozessbeteiligten länderübergreifend zu schulen. Die jeweiligen Berater an den einzelnen Standorten der Tochtergesellschaften übernehmen anschließend die Aufgabe, die für das Reporting verantwortlichen Personen in der Funktion eines Prüfers entsprechend zu überwachen, mit dem Ziel, dass die neuen Reporting-Strukturen einheitlich in allen Ländern dauerhaft umgesetzt werden.

Fazit

Ein konzernweites und einheitliches Berichtswesen schafft unterjährige Transparenz und damit zugleich die Möglichkeit, Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen und entgegen zu wirken. Dazu kann durch ein etabliertes Konzernreporting auch der Erstellungsprozess des Konzernabschlusses effizienter und strukturierter gestaltet werden. Als Konzernabschlussprüfer mit Prozess- und IT-Know-how beraten wir Sie gerne bei der Etablierung eines effizienten Financial Reportings. Dabei verfügen wir über unsere Mitgliedschaft bei DFK International, einer bedeutenden internationalen Vereinigung von unabhängigen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungskanzleien, über aktiv gepflegte Kontakte zu Beratern in über 85 Ländern.

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