UPDATE --> Anpassungsbedarf bei den neu veröffentlichten HEUBECK-Richttafeln 2018 G
Hintergrund der Überarbeitung sowie Auswirkungen auf die Pensionsrückstellungen

Durch die neu veröffentlichten HEUBECK-Richttafeln 2018 G ergeben sich Änderungen bei den Pensionsrückstellungen. Aufgrund aufgetretener Inkonsistenzen bei den verwendeten Datengrundlagen ist jedoch eine erneute Überarbeitung notwendig.

Bereits am 20. Juli 2018 veröffentlichte die HEUBECK-RICHTTAFELN-GMBH die neuen HEUBECK-Richttafeln 2018 G zu den Sterblichkeits-, Invalidisierungs-, Verheiratungs- und Fluktuationswahrscheinlichkeiten. Neben der Berücksichtigung der neuesten Statistiken der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung sowie des Statistischen Bundesamtes werden erstmals auch sozioökonomische Faktoren miteinbezogen, wie beispielsweise die Zusammenhänge zwischen Höhe der ausbezahlten Rente und Lebenserwartung.

Nun hat die HEUBECK-RICHTTAFELN-GMBH jedoch in einer am 26. September 2018 veröffentlichten Pressemitteilung bekannt gegeben, dass Inkonsistenzen in Bezug auf die verwendeten Datengrundlagen festgestellt wurden, die zu einer Überschätzung des Trends zur Verbesserung der Sterblichkeiten und somit zu einer Verlängerung der Lebenserwartung geführt haben sollen. Dies wiederum hätte höhere Pensionsrückstellungen zur Folge. Die HEUBECK-RICHTTAFELN-GMBH hat sich nun dazu entschieden, eine überarbeitete Version vorzulegen, die in zwei Wochen veröffentlicht werden soll.

Grundsätzlich sieht die HEUBECK-RICHTTAFELN-GMBH keinen genauen Zeitpunkt zum Inkrafttreten der Richttafeln vor, da sie keine Gesetzeskraft entfalten. Aus diesem Grund wird – wie es auch in der Vergangenheit die Praxis war – das Bundesministerium für Finanzen zeitnah in einem BMF-Schreiben Stellung bezüglich des Zeitpunkts der Erstanwendung der Richttafeln für steuerliche Zwecke nehmen.

Anfang September hatte sich bereits der Hauptfachausschuss des IDW mit den Auswirkungen der neuen HEUBECK-Richttafeln auf die Bewertung von Altersversorgungsverpflichtungen in Bezug auf HGB- und IFRS-Abschlüsse auseinandergesetzt, denen bislang die Richttafeln 2005 G zugrunde liegen. Die Ergebnisse wurden in einem am 5. September 2018 veröffentlichten Schreiben zusammengefasst. Demnach sind die neuen Richttafeln für Jahres- und Konzernabschlüsse anzuwenden, sobald sie allgemein anerkannt sind und bessere Schätzwerte darstellen als die bislang von den Unternehmen zugrunde gelegten Tabellenwerke. Dabei stellt die Anerkennung durch das BMF für ertragsteuerliche Zwecke einen Indikator für die allgemeine Anerkennung der neuen Richttafeln dar. Die komplette Verlautbarung des IDW finden Sie hier.

Die HEUBECK-RICHTTAFELN-GMBH hatte im Juli 2018 zudem mitgeteilt, dass die Aktualisierung der Richttafeln zu einem Einmaleffekt bei den Pensionsrückstellungen nach handelsrechtlichen und internationalen Rechnungsgrundsätzen zwischen 1,5 % und 2,5 % führen wird, wobei dieser vor allem von Rechnungszins, Gehaltsdynamik und Fluktuation abhängig ist. Für die Steuerbilanz ergibt sich voraussichtlich ein deutlich geringerer Wert zwischen 0,8 % und 1,5 %. Diese Voreinschätzung dürfte sich jedoch nun in Anbetracht der angekündigten Überarbeitung nochmals ändern.

Update:

Die HEUBECK-RICHTTAFELN-GMBH hat nun die überarbeiteten Richttafeln am 4. Oktober 2018 veröffentlicht. Aussagegemäß sollen die materiellen Auswirkungen jedoch gering ausfallen. Die beanstandeten Inkonsistenzen wurden behoben, aufgrund dessen sich der Trend zur Sterblichkeitsverbesserung leicht abgesenkt hat. Zudem wurde eine weitere Unstimmigkeit im Bereich der Fluktuationswahrscheinlichkeiten für die Unisex-Standard-Tafel bereinigt. Weitere Änderungen im Formelwerk und Aufbau der Tafeln haben sich nicht ergeben.

Der erwartete Einmaleffekt bei den Pensionsrückstellungen nach handelsrechtlichen und internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen soll nun bei 1,0 % bis 2,0 % (gegenüber 1,5 % bis 2,5 % bei den bisherigen RT 2018 G) liegen. In der Steuerbilanz wird eine Zuführung zur Pensionsrückstellung nur noch in Höhe von 0,5 % und 1,2 % (gegenüber 0,8 % bis 1,5 %) erwartet.

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