Die zunehmende Bedeutung von IT-Audits sowie innovativer Prüfungstools

Die Digitalisierung stellt den deutschen Mittelstand vor besondere Herausforderungen, eröffnet aber zugleich vielfältige Chancen und Möglichkeiten. Neben der Erschließung neuer Geschäftsfelder, dem Angebot neuer Produkte und Services sowie einer Vielzahl neuer Kommunikationswege wird auch im Finanz- und Rechnungswesen zunehmend auf vollautomatisierte Geschäftsprozesse, Real-Time-Reportings und papierlose Prozesse gesetzt. Zugleich wird es für den Abschlussprüfer im Zuge des digitalen Wandels immer schwieriger das betriebliche Umfeld mitsamt Risiken und Chancen insbesondere in Bezug auf die Rechnungslegung adäquat zu beurteilen. Folglich sind ein IT-gestützter Prüfungsansatz sowie der Einsatz innovativer Prüfungstools heute unabdingbar und häufig zugleich auch ein entscheidender Mehrwert für das geprüfte Unternehmen.

Unser Verständnis vom digitalen Audit

PSP verfügt seit jeher über eine besondere Expertise an der Schnittstelle zwischen Wirtschaftsprüfung und Informationstechnologie. So arbeiten wir heute papierlos und medienbruchfrei. Neben einer speziellen Prüfsoftware nutzen wir hierzu insbesondere eine eigene Datenraumlösung. Mit dieser hoch sicheren Kollaborationsplattform werden alle im Rahmen einer Jahresabschlussprüfung benötigten Unterlagen und Dokumentationsnachweise mit dem Mandanten ausgetauscht und zentral vorgehalten.

Was die Prüfungspraxis angeht, so ist diese insbesondere dadurch gekennzeichnet, dass die Datenflut sowie die korrespondierenden Systeme exponentiell zunehmen. So spielt der im Jahr 2010 verabschiedeten IDW Prüfungshinweis 9.330.3 gerade bei der Auditierung von Massendaten (Big Data-Analysen) inzwischen eine zentrale Rolle. Um Licht ins Dunkel der Black-Box IT zu bringen, setzt PSP dabei seit geraumer Zeit auf den Einsatz der Prüfsoftware IDEA, welche für die Analyse von Massendaten weltweit eingesetzt wird. Mit Blick auf die Besonderheiten unserer Mandanten haben wir innerhalb des IDEA-Ökosystems über die Jahre spezielle Prüfroutinen sowie Audit-Apps entwickelt, die über flexible Schnittstellen große Datenmengen extrahieren und unter verschiedensten Gesichtspunkten analysieren. So führt PSP zur Beurteilung des (IT)-Kontrollumfelds neben den klassischen buchungsstoff-bezogenen Analysen bereits heute regelmäßig Datenanalysen zum Berechtigungsmanagement oder auch zum Buchungsverhalten der Mitarbeiter durch.

Aber auch unsere Mandanten können von unserem datenorientierten Prüfungsansatz durchaus profitieren. Mittels Data-Mining lassen sich Prozessschwächen identifizieren, damit bestehende Abläufe verbessern und Risiken mitigieren. Zudem helfen kontinuierliche Trendanalysen und periodenübergreifende Leistungsvergleiche dem geprüften Unternehmen dabei, positive als auch negative Entwicklungen in einzelnen Geschäftsprozessen, auch im Vergleich zu ihren Marktbegleitern, frühzeitig zu erkennen.

Gesonderte Berichterstattung nach IDW PS 330 als entscheidender Mehrwert

Vor dem Hintergrund der IT-Durchdringung der Geschäftsprozesse sind die rechnungslegungsrelevanten IT-Systeme zwingend in die Jahresabschlussprüfung mit einzubeziehen. Entsprechende Anforderungen und Vorgaben hierzu konkretisiert der IDW innerhalb des Prüfungsstandards 330 „Abschlussprüfung bei Einsatz von Informationstechnologie“. Das übergeordnete Prüfungsziel besteht dabei stets in der Beurteilung des Risikos wesentlicher Fehler im IT-System.

Entsprechend empfiehlt PSP eine separate Berichterstattung, aus welcher sich insbesondere auch konkrete Handlungsempfehlungen für den Mandanten ergeben. Dabei blicken wir stets über den digitalen Tellerrand hinaus und beziehen auch weitere regulatorische Vorgaben wie etwa das IT-Sicherheitsgesetz (IT-SiG) oder die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in unsere Beurteilung mit ein. Entsprechend sehen wir uns stets als Sparringspartner sowie Ideengeber zugleich und geben unseren Mandanten nicht selten entscheidende Impulse für die weitere Digitalisierung des Finanz- und Rechnungswesens.

Trend zum Outsourcing und Cloudcomputing hält weiter an

Seien es die Sicherstellung des IT-Betriebs, steigende Anforderungen an Systemverfügbarkeit und -Performance oder die zunehmenden Herausforderungen im Bereich der IT-Sicherheit: All diese Rahmenbedingungen lassen Unternehmen vermehrt auf IT-Dienstleister sowie Cloudlösungen zurückgreifen. Soweit davon auch rechnungslegungsrelevante Prozesse und Funktionen betroffen sind, wird faktisch ein Teil des unternehmerischen internen Kontrollsystems (IKS) an den Dienstleister ausgelagert. Da auch dieser IKS-Bestandteil prüfungsrelevant ist, zugleich jedoch eine Vielzahl von Unternehmen das Leistungsangebot des jeweiligen Dienstleisters in Anspruch nehmen, gibt es alternativ zur Durchführung eigener Prüfungshandlungen die Möglichkeit einer übergreifenden Prüfung, welche zentral durch einen Wirtschaftsprüfer erfolgt und in einem Prüfungsbericht nach dem sog. IDW PS 951 mündet. Der Prüfungsbericht dient dabei auch den anderen Prüfern als Nachweis für die Qualität des dienstleistungsbezogenen Kontrollumfelds. Soweit es sich um Cloudlösungen handelt sind besondere Vorgaben, wie insbesondere der IDW Rechnungslegungsstandard FAIT 5 ergänzend ins Kalkül zu ziehen. Letztlich stellt ein zertifiziertes IKS ein valides Qualitätsmerkmal gegenüber anderen Marktbeteiligten dar und kann als Nachweis auch gegenüber Dritten dienen.

Fazit

Die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen wird zunehmend vom Reifegrad der Digitalisierung und Automatisierung geprägt. Dies betrifft nicht nur neue Produkte und Dienstleistungen, sondern auch etablierte und künftige Unternehmensprozesse. In diesem Zusammenhang kommt gerade den Mitarbeitern eine zentrale Bedeutung zu. Sie sollten zwingend über die erforderlichen digitalen Kompetenzen verfügen. Im Bereich der Wirtschaftsprüfung gewinnen daher neben den klassischen Themen der IT-gestützten Abschlussprüfung vermehrt auch IT-spezifische Prüfungs- und Beratungsleistungen an Gewicht. PSP hat sich dabei zum Ziel gesetzt, seine Mandanten im Rahmen der digitalen Transformation zu begleiten und damit den digitalen Turnaround mit IT-Expertise und innovativen Ansätzen zu unterstützen.

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