Neues zur Forschungszulage
Förderung steigt auf bis zu EUR 1 Mio. je Unternehmen und Wirtschaftsjahr

Der Beitrag gibt einen Überblick über Neuigkeiten und Vorteile der Forschungszulage und zeigt aktuellen Handlungsbedarf auf, um optimal von der Zulage zu profitieren.

Die Forschungszulage wurde zum 01.01.2020 eingeführt und soll Unternehmen unabhängig von ihrer Größe, Branche, Unternehmensart oder Gewinnsituation durch zusätzliche Liquidität bei ihren Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten fördern. In den letzten Wochen wurden verschiedene Informationen zur Forschungszulage veröffentlicht.

Die Forschungszulage

Die Förderung erfolgt durch Anrechnung der Zulage von bis zu EUR 1.000.000 je Wirtschaftsjahr analog einer Steuervorauszahlung bei der nächsten Steuerveranlagung und führt somit zu zusätzlicher Liquidität, unabhängig von der Erfolgssituation des Unternehmens. Soweit die Voraussetzungen für die Zulage erfüllt sind, hat das Unternehmen einen Rechtsanspruch auf die Zulage

Förderfähig sind F&E-Projekte aus den Bereichen „Grundlagenforschung“, „industrielle Forschung“ oder „experimentelle Entwicklung“, wobei die F&E-Definition der OECD, die auch in Deutschland angewendet werden soll, breit gefasst ist. Die OECD nennt neben natur- und ingenieurwissenschaftlichen F&E etwa auch Beispiele für F&E von IT-Unternehmen oder Einrichtungen im Bildungsbereich. Begünstigungsfähige F&E-Projekte können eigenständig oder in Kooperation mit anderen Unternehmen oder Forschungsinstituten durchgeführt werden. Auch die Vergabe von Auftragsforschung ist beim Auftraggeber förderungsfähig. 

Die Zulagenhöhe ermittelt sich anteilig von den Personalkosten, die für F&E-Tätigkeiten in den Projekten angefallen sind, und den Aufwendungen für Auftragsforschung. Für die jährliche Beantragung der Zulage wird eine Bescheinigung über die Förderfähigkeit der F&E-Vorhaben benötigt. 

Weitere Informationen, z. B. zur Förderung von F&E-Tätigkeiten von Gesellschaftern und Einzelunternehmern finden Sie in unserem PSP-Artikel zum (mittlerweile verabschiedeten) Gesetzesentwurf.

Erhöhung & Entfristung der Forschungszulage

Durch das zweite Corona-Steuerhilfegesetz wurde die maximale jährliche Zulagenhöhe von EUR 500.000 auf EUR 1.000.000 je (unverbundenes) Unternehmen und Wirtschaftsjahr verdoppelt. Diese Erhöhung gilt für Zeiträume zwischen dem 01.07.2020 bis zum 30.06.2026.

Gleichzeitig wurde die Befristung des Forschungszulagengesetzes, die aufgrund beihilferechtlicher Regelung zunächst bis zum 30.06.2020 erfolgte, aufgehoben. Die europäische Kommission hat eine entsprechende Vorlage der Bundesregierung am 26.06.2020 genehmigt.

Das Beantragungsverfahren

Die Bescheinigung über die Förderfähigkeit von Projekten, die Voraussetzung für die jährliche Forschungszulage ist, soll ab dem Spätsommer 2020 bei einer zentralen Bescheinigungsstelle unter dem BMBF elektronisch beantragt werden können. Die Bearbeitungsdauer bis zur Erteilung der Bescheinigung soll ca. drei Monate betragen, wobei insbesondere zu Beginn wohl mit längeren Bearbeitungszeiten zu rechnen ist. Die Bescheinigung kann auch für Projekte, mit deren Umsetzung noch nicht angefangen wurde, beantragt werden. Da die Bescheinigung der Förderfähigkeit für das Finanzamt bindend ist, könnte die Zulagenförderung somit in die Entscheidung über ein F&E-Projekt einbezogen werden.

Neues zur Ermittlung der Bemessungsgrundlage

Die Forschungszulage wird aufgrund der Bescheinigung der Förderfähigkeit von Projekten und der jährlichen förderfähigen Kosten festgesetzt. Das BMF hat vor kurzem klargestellt, dass die Kosten auch bei kleinen und mittelständischen Unternehmen nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung zu ermitteln sind. Dies bedeutet beispielsweise, dass die Arbeitszeiten der Arbeitnehmer, die in den Projekten F&E-Tätigkeiten ausüben, einzeln zu erfassen sind.

Aktueller Handlungsbedarf

Unternehmen, für die eine Forschungszulage in Betracht kommt, sollten jetzt die richtigen Weichen stellen, um optimal von der Förderung zu profitieren! So sollte eine Ersteinordnung der Projekte erfolgen, damit Aufwendungen, die berücksichtigungsfähig sind, von Anfang an entsprechend erfasst und abgegrenzt werden und die Bescheinigung der Förderfähigkeit für diese Projekte ohne Zeitverlust beantragt werden kann.

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