Stiftungen haben einen klaren Auftrag: Die Förderung des Stiftungszwecks verlässlich zu finanzieren und das Vermögen real zu erhalten. Ausgangspunkt einer jeden Anlagestrategie ist daher der Mittelbedarf der Stiftung.
Der Mittelbedarf zur Förderung der Stiftungsarbeit bestimmt die notwendige Zielrendite. Die nächste Frage ist, wie diese Rendite mit einem verträglichen Risiko erreicht werden kann. Eine zu defensive Ausrichtung riskiert die Erfüllung des Stiftungszwecks, während eine zu offensive Positionierung den Vermögensbestand gefährdet. Das optimale Stiftungsportfolio entspricht exakt den Anlagezielen der Stiftung unter Berücksichtigung ihrer Risikotragfähigkeit auf Basis der erwarteten Anlagerenditen der dem Portfolio zugrunde liegenden Anlageklassen.
Die genannte Gleichung kann nur aufgehen, wenn die planmäßige Marktrendite auch tatsächlich durchschnittlich erreicht wird. Mit anderen Worten: Verfehlen die tatsächlich erzielten Renditen die Marktperformance, kann die Stiftung ihre Zwecke nur noch eingeschränkt erfüllen. Es ist daher darauf zu achten, dass die Stiftung das Risiko der Zielverfehlung minimiert.
Zur Umsetzung einer Anlagestrategie stehen vereinfachend zwei Ansätze zur Verfügung: Einem konzentrierten Depot aus Einzeltiteln steht ein Portfolio aus marktbreiten Indexfonds (ETF) gegenüber. Während eine überschaubare Zahl an Einzeltiteln aufgrund der geringeren Diversifikation tendenziell ein höheres Maß unsystematischer Risiken birgt, generieren marktbreite Indexanlagen zuverlässig die Rendite ihres Marktes.
Bestimmen Sie im Rahmen der Anlagestrategie der Stiftung also nicht nur die Zielrendite. Prüfen Sie auch, ob die Art der Umsetzung grundsätzlich geeignet ist, die Marktrendite der Anlageklasse planmäßig, demnach systematisch zu generieren. Anderenfalls laufen Planung und Wirklichkeit möglicherweise zu weit auseinander und die Stiftung verliert die Fähigkeit, den Stiftungszweck vollumfänglich zu erfüllen.