Vorbereitung als zentraler Erfolgsfaktor
Diese Entwicklung erhöht die Anforderungen an Datenqualität, interne Abstimmung und inhaltliche Klarheit. Transaktionen müssen sauber aufbereitet, abgegrenzt und ihre wirtschaftlichen Hintergründe klar erläutert werden.
Daten müssen konsistent und vollständig sein, um die Finanzverwaltung von der Richtigkeit des gewählten Verrechnungspreissystems zu überzeugen und zu zeigen, dass die im Unternehmen festgelegte Verrechnungspreisrichtlinie tatsächlich konsequent umgesetzt wird. Für die Datenaufbereitung ist es häufig erforderlich, die in ERP-Systemen unmittelbar verfügbaren Informationen aufwändig aus Vorsystemen anzureichern, zu klassifizieren und zu komplettieren. Steuerpflichtigen ist daher anzuraten, Datenmodelle so aufzubauen, dass die für die jährlich zu erstellende Transaktionsmatrix erforderlichen Informationen mit möglichst geringem manuellen Zusatzaufwand bereitgestellt werden können.
Gleichzeitig bietet die zunehmend automatisierte Datenauswertung auch Chancen: Steuerpflichtige, die ihre Transaktionsmatrix und Verrechnungspreisdokumentation vor Einreichung an die Behörden selbst einmal aus analytischer Prüfersicht betrachten, können potenzielle Schwachstellen frühzeitig erkennen und adressieren. Eine konsistente und überzeugende Dokumentation mit transparenten und stimmigen Daten kann dazu beitragen, Rückfragen zu reduzieren und den Prüfungsprozess insgesamt effizienter zu gestalten. Vor diesem Hintergrund ist zu empfehlen, die erforderliche Verrechnungspreisdokumentation – zumindest aber die Transaktionsmatrix – bereits vorsorglich zu erstellen und nicht erst aktiv zu werden, wenn die Betriebsprüfung angeordnet wird.
Die immer umfangreicheren Dokumentationsanforderungen sind Ausdruck einer stärker analysegestützten Prüfungspraxis. Für Steuerpflichtige mit grenzüberschreitenden Aktivitäten bedeutet dies: Die Verrechnungspreisdokumentation muss nicht nur rechtzeitig vorliegen, sie muss auch überzeugen.