„Hybrid-Nachfolgeregelung“ für Unternehmer
Mischung von Verkauf und Fortführung

Ob eine hybride Unternehmensnachfolge für eine Unternehmerfamilie tatsächlich die beste Lösung darstellt, kann nur im Einzelfall entschieden werden. Bei entsprechender Attraktivität des Unternehmens wird es sicherlich möglich sein, den passenden Investor, der Minderheitsbeteiligungen von bis zu 49 % zulässt (oder sogar eine Beteiligung von über 50 %) zu finden.

  • Das Substantiv Hybrid und das Adjektiv hybrid beziehen sich auf etwas Gebündeltes, Gekreuztes oder Vermischtes
  • Hybridität, verstanden als „Kraft“ und erzeugt durch die Strategie der gezielten Bündelung, wird im internationalen und nationalen Interaktionsfeld von Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur zunehmend zu einer zukunftsweisenden Suche nach neuen Methoden und Formen der Ausgestaltung von Kooperation, Interaktion, Kreativität und Produktions- sowie Distributionsprozessen. (lt. Wikipedia)

Der Wunsch nach einer hybriden Nachfolgelösung wird ausgelöst durch folgende Feststellungen:

  • Es werden relativ viele Situationen beobachtet, in denen eine Unternehmensnachfolge optimal nur durch Veräußerung des Unternehmens gelöst werden kann, da weder familienintern noch extern eine zukunftsfähige unternehmerische Führung dargestellt werden kann und auch Lösungen wie Stiftung, MBO oder MBI ausscheiden.
  • Andererseits bedeutet (bei Unterstellung eines ertragsreichen Unternehmens) ein Unternehmensverkauf für die Unternehmerfamilie zwar einen Zuwachs von Barvermögen, gleichzeitig jedoch stellt der Verkauf des Unternehmens die Unternehmerfamilie sehr viel schlechter, wenn man das Gesamtvermögen und die zukünftigen Erträge betrachtet. Dies ergibt sich insbesondere aus folgenden Auswirkungen des Unternehmensverkaufs:
    • Die Wiederanlage des Nettoverkaufserlöses rentiert sich derzeit – bei Vermeidung von Risiken – meist nur mit 1 – 2%, während sich dieses Vermögen zuvor im Unternehmen mit ca. 10 – 17% rentiert hat (bei Annahme einer Bewertung des Verkaufspreises mit E-BIT-Faktoren zwischen 6 und 10).

    • Der Verkaufserlös muss versteuert werden, sodass sich die Basis für die Wiederanlage (der Nettoverkaufserlös) erheblich (um bis zu ca. 45%) verkleinert.

    • Im Falle der Vererbung/Schenkung nach Verkauf entfallen alle erbschaftsteuerlichen Vor-teile, die derzeit und voraussichtlich auch in der Zukunft (jedoch in eingeschränkter Form für besonders hohe Vermögensübertragungen) für die Vererbung/Schenkung von Unternehmensanteilen gelten. Der Unterschied kann noch bis zu ca. 40% des Nettoverkaufserlöses betragen.

Ein Unternehmer, der aus persönlichen, gesundheitlichen oder Altersgründen die unternehmerische Führung abgeben muss, befindet sich also (sofern Lösungen wie Fremdgeschäftsführung, Stiftung, MBO oder MBI ausscheiden) in einer Zwangssituation, in der er und seine Mitgesellschafter erhebliche Vermögensverluste und Einkommensverluste aus dem investierten Vermögen hinnehmen müssen.

PSP empfiehlt in diesen Situationen, Untersuchungen darüber anzustellen, ob sich eine nicht hybride unternehmerische Nachfolgelösung anbietet, die die erwähnten Vermögensverluste und Einkommensverluste abmildert. Die Empfehlung richtet sich dabei darauf, zu untersuchen, ob eine Mischform zwischen Verkauf und Halten von (dann reduzierten) Beteiligungen sich für die Unternehmerfamilie nicht als sehr viel vorteilhaftere Lösung darstellt. Entscheidend für den Erfolg einer solchen Lösung ist dabei unseren Erachtens:

  • Die Auswahl des Investors, der einen professionellen Background hinsichtlich Unternehmensführung haben und selbst nicht von Einzelpersonen abhängig sein sollte, sondern bereits aus einem erfahrenen Investorenteam bestehen sollte. Wichtig ist in diesem Zusammenhang sicherlich unter anderem, dass der Investor an einer langfristigen (erfolgreichen) Anlage interessiert ist, und hin-sichtlich der Fortführung des Unternehmens weitgehend die gleichen Interessen wie die Unternehmerfamilie hat. Besonders geeignet scheinen dabei solche Investoren zu sein, die entweder eigenes privates Vermögen oder Vermögen einer überschaubaren Gruppe von Familien anlegen.
  • Die „Verfassung“ (Gesellschaftsvertrag, Gremienzusammensetzung) der dann gemeinsam betriebenen Gesellschaft, klare Regeln hat, wie Konfliktsituationen zwischen den Gesellschaftern zu lösen sind.

PSP-Beratungsangebot:

PSP steht ihnen für die Lösung Ihres Themas mit interdisziplinärem Know-how aus den Gebieten Erbrecht, Steuerrecht, Corporate Finance, Financial Planning und Vermögensstrukturierung gerne zur Verfügung.

Diese News könnten Sie auch interessieren
Alle News
Mehr laden
Diese Vorträge & Veröffentlichungen könnten Sie interessieren
Alle Vorträge & Veröffentlichungen
Mehr laden