Technische Herausforderungen bei der Erstellung der E-Bilanz und deren pragmatische Lösung

Für den Veranlagungszeitraum 2017 muss mit dem Anlagespiegel ein weiterer – vorerst letzter – vorgeschriebener Bestandteil in elektronischer Form an die Finanzverwaltung übermittelt werden. Vor diesem Hintergrund gibt der nachstehende Artikel eine kurze Übersicht über die in der Vergangenheit stetig gewachsenen Anforderungen an die E-Bilanz und deren elektronische Übermittlung sowie die ab dem Veranlagungszeitraum 2017 verpflichtend zu erstellenden Bestandteile. Dabei erhält der Leser für jeden Bestandteil eine praktische Hilfestellung für eine effiziente Erstellung und Übermittlung.

Bestandteile bei Kapital- und Personengesellschaften

Allgemeine Informationen

In den allgemeinen Informationen sind zunächst die grundlegenden Daten des Unternehmens wie z. B. der Name des Unternehmens, die Rechtsform, die Steuernummer etc. zu erfassen. Sofern diese Informationen, welche dem Jahresabschluss entnommen werden können, einmal erfasst wurden, können die jeweiligen Daten – soweit diese unverändert sind – stets aus dem Vorjahr übernommen werden, sodass dieser Bestandteil lediglich im ersten Jahr mit Erstellungsaufwand verbunden ist.

Bilanz und GuV

Bilanz und GuV müssen dem Jahresabschluss entsprechend in einer von der Finanzverwaltung vorgegebenen Struktur („Taxonomie“) übermittelt werden. Sofern wir als Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater nicht bereits die Jahresabschlusserstellung bzw. die Jahresabschlussprüfung durchgeführt haben, wird alternativ eine Summen- und Saldenliste in einem von uns vorgegebenen Excel-Format beim Mandanten abgefragt, welche anschließend in unsere Software zur Übermittlung der Daten im XBRL-Format eingelesen werden kann. Davon ausgehend werden die einzelnen Konten den vorgegebenen Taxonomieposten zugeordnet. Auch diese Zuordnung kann in den Folgejahren übernommen werden, sodass allein die erstmalige Erstellung der E-Bilanz und in den Folgejahren die Zuordnung neu gebuchter Konten Mehraufwand bedeutet.

Ergebnisverwendung

Falls im Jahresabschluss ein Bilanzgewinn ausgewiesen wird, muss im Rahmen der E-Bilanz über die Bilanz und GuV hinaus die Ergebnisverwendung als zusätzlicher Bestandteil erfasst und übermittelt werden. Auch die Angaben hierzu können in der Regel aus dem bereits vorliegenden Jahresabschluss entnommen werden.

Steuerliche Überleitungsrechnung

Sofern Abweichungen zwischen der Handels- und der Steuerbilanz bestehen, ist die Überleitung der handelsbilanziellen zu den steuerbilanziellen Werten darzustellen. Dazu erfolgen die bereits im Rahmen der Steuererklärung ermittelten Anpassungen auf Ebene der durch die Taxonomie vergebenen Bilanzposten. Mithilfe von eigens hierfür erstellten Excel-Arbeitspapieren wird die Übertragung der Überleitungsrechnung in das von der Finanzverwaltung vorgegebene Format erleichtert.

Anlagespiegel

Mit der E-Bilanz 2017 muss erstmals die handels- und steuerbilanzielle Entwicklung des Anlagevermögens übermittelt werden. Dies kann auf verschiedene Arten erfolgen – als Brutto- oder Nettoanlagespiegel, dabei mit oder ohne die Entwicklung der Abschreibungen. Die Übermittlungssoftware bietet hier die Möglichkeit, die Daten des Anlagespiegels im Excel-Format zu erfassen, sodass hier auch ein simples „copy&paste“ aus bestehenden Anlagespiegeln in Excel-Format möglich ist.

Zusätzliche Bestandteile bei Personengesellschaften

Kapitalkontenentwicklung

Seit dem Veranlagungszeitraum 2015 ist für jeden Gesellschafter die Darstellung der handels- und steuerbilanziellen Entwicklung der Kapitalkonten in tabellarischer Form verpflichtend. Als steuerlicher Berater werden von uns die Kapitalkonten im Rahmen der Erstellung der Steuererklärungen ohnehin fortentwickelt, sodass auch hier keine weiteren Informationen erforderlich sind. Bei der Übertragung der Kapitalkonten stellen wir sicher und dokumentieren, dass keine Abweichungen in den Daten bestehen, die mit der Steuererklärung bzw. der E-Bilanz übermittelt werden.

Sonder- und Ergänzungsbilanzen

Für den Fall, dass Sonder- und Ergänzungsbilanzen vorliegen, müssen diese je Gesellschafter separat erfasst und übermittelt werden. Da die Sonder- und Ergänzungsbilanzergebnisse bereits für die Steuererklärung benötigt werden, sind keine weiteren Informationen für die Übernahme in die E-Bilanz erforderlich. Bei übersichtlich gestalteten Sonder- und Ergänzungsbilanzen erfolgt dann eine korrespondierende Erfassung der Bilanz- und GuV-Posten in der Übertragungssoftware.

PSP-Ansatz zur Übermittlung der E-Bilanz

Die erstmalige Erstellung der E-Bilanz bzw. deren verschiedener Bestandteile ist grundsätzlich mit relativ hohem Aufwand verbunden. Zudem kritisieren Steuerpflichtige und Berater gleichermaßen die aus ihrer Sicht bestehende Überbürokratisierung in Form der zwingenden Doppelübermittlung bestimmter Daten sowohl im Rahmen der Steuererklärung als auch im Rahmen der E-Bilanz. Andererseits sehen wir uns verpflichtet, die Anforderungen, welche die Finanzverwaltung an unsere Mandanten stellt, qualitativ hochwertig und zugleich effizient zu bearbeiten. Nachdem die E-Bilanz nun beinahe jährlich um weitere Bestandteile erweitert wurde, sind derzeit zumindest in den folgenden Veranlagungszeiträumen keine neuen Bestandteile zu erwarten und man kann von den geschaffenen Strukturen „profitieren“. Gerne berät PSP Sie insgesamt zu Prozessfragen rund um die effiziente Bearbeitung von Steuererklärungen und E-Bilanzen.

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