Erhöhung der Forschungszulage – Förderung steigt auf bis zu EUR 1 Mio. je Unternehmen und Wirtschaftsjahr

Die Forschungszulage wurde zum 01.01.2020 eingeführt und soll Unternehmen unabhängig von ihrer Größe, Branche, Unternehmensart oder Gewinnsituation durch zusätzliche Liquidität bei ihren F&E-Projekten unterstützen. Als Maßnahme zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen von Corona ist die Förderung nun deutlich erhöht worden.

Die Forschungszulage

Durch das zweite Corona-Steuerhilfegesetz wurde die maximale jährliche Zulagenhöhe von EUR 500.000 auf EUR 1.000.000 je (unverbundenem) Unternehmen und Wirtschaftsjahr verdoppelt. Diese Erhöhung gilt für Zeiträume zwischen dem 01.07.2020 bis zum 30.06.2026.

Die Förderung erfolgt durch Anrechnung der Zulage analog einer Steuervorauszahlung bei der nächsten Steuerveranlagung. Die Zulage führt somit zu zusätzlicher Liquidität, unabhängig von der Erfolgssituation des Unternehmens. Soweit die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind, hat das Unternehmen einen Rechtsanspruch auf die Zulage. Förderfähig sind F&E-Projekte aus den Bereichen „Grundlagenforschung“, „industrielle Forschung“ oder „experimentelle Forschung“, wobei die F&E-Definition der OECD, die auch in Deutschland Anwendung finden soll, breit gefasst ist. So kennt die OECD neben natur- und ingenieurwissenschaftlichen F&E etwa auch Beispiele für F&E von IT-Unternehmen oder Einrichtungen im Bildungsbereich.

Begünstigungsfähige F&E-Projekte können eigenständig oder in Kooperationen durchgeführt werden. Die Bemessungsgrundlage der Zulage (maximal EUR 4 Mio.) bemisst sich grundsätzlich nach den anteiligen Personalkosten, die für F&E-Tätigkeiten in den förderfähigen Projekten angefallen sind. Wichtig ist jedoch, dass alle Arbeitszeiten der Arbeitnehmer, die in den Projekten F&E tätig sind, einzeln erfasst werden. Förderungsfähig ist zudem auch die Vergabe von Auftragsforschung.

Das Beantragungsverfahren

Die jährliche Beantragung der Zulage erfordert eine Bescheinigung über die Förderfähigkeit der jeweiligen Projekte. Diese Bescheinigung soll ab dem Spätsommer 2020 bei einer zentralen Bescheinigungsstelle beantragt werden können. Die Bearbeitungsdauer des Antrages soll ca. drei Monate betragen, wobei insbesondere zu Beginn wohl mit längeren Wartezeiten zu rechnen ist. Die Bescheinigung kann auch für Projekte, die noch nicht umgesetzt werden, beantragt werden.

Aktueller Handlungsbedarf

Unternehmen sollten jetzt die richtigen Weichen stellen, um optimal von der Förderung zu profitieren! Mit einer Bestandsaufnahme der laufenden und geplanten Projekte lassen sich förderungsfähige Projekte identifizieren, damit Aufwendungen, die berücksichtigungsfähig sind, von Anfang an zutreffend erfasst und abgegrenzt werden. Die auf diese Weise gewonnenen Informationen lassen sich zudem nutzen, um die erforderliche Bescheinigung vorzubereiten und so Zeitverlust bei der Beantragung zu vermeiden.

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